Veteran Vogl: Bald wird Felix mich ablösen

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Deutsche Presse-Agentur

Wenn der alpine Ski-Zirkus nach Wengen zurückkehrt, erinnert sich auch Alois Vogl immer gerne an seinen größten Karriere-Erfolg.

Vor vier Jahren fuhr der seit dieser Saison nicht mehr aktive Slalomfahrer vom SC Zwiesel seinen einzigen und den letzten Herren-Sieg der Alpinen im Deutschen Skiverband (DSV) ein - rechtzeitig vor den nächsten Rennen am Lauberhorn ist auch Felix Neureuther wieder in Podestform. „Lange werde ich nicht mehr der letzte deutsche Sieger sein. Aber dann freue ich mich für Felix, weil er das verdient hat. Über kurz oder lang wird er oben stehen, wenn heuer nicht, dann nächstes Jahr“, sagte der 36-Jährige.

In Adelboden fuhr Neureuther erstmals seit einem Jahr wieder auf das Podium, sein fünftes. Genau darum hatte ihn der Oldie bei einem Telefonat zwei Tage vor dem Rennen gebeten. Fast eine Stunde plauderten der ruhige Familienvater aus dem Bayerwald und der 24 Jahre Geschwindigkeitsfanatiker miteinander. „Ich habe ihm gesagt, er soll einfach ruhigbleiben und Tipps gegeben“, erklärte Vogl. „Ich hatte das Bedürfnis ihn anzurufen, denn ich habe oft selbst genug erlebt, wie es ist, wenn es nicht so läuft.“

Von Pechsträhnen und unglücklichen Phasen kann Vogl in der Tat ein Lied singen. Seit seinem dritten Platz in Kitzbühel im Januar 2007 gab es keine weitere Weltcup-Platzierung mehr für Vogl, der sein unbestrittenes technisches Vermögen nie über einen längeren Zeitraum für gute Ergebnisse nutzen konnte. Wozu er fähig war, zeigte er aber am 9. Januar 2005. Völlig überraschend beendete er die damals über 14 Jahre lange sieglose Slalom-Zeit. „Ich bin am Ziel meiner Träume. Das ist unglaublich, ich bin noch völlig durcheinander“, antwortete der Routinier damals der Journalisten-Scharr und ergänzte heute. „Das ist ein sehr positives Gefühl. Ich habe die letzten Tage dran gedacht, denn es war eine coole Sache.“

Der Familienvater vermittelt nach dem Karriere-Ende einen glücklichen Eindruck. Gesundheitlich ist er „vollkommen auf dem Damm“, „es läuft alles so wie ich es mir vorgestellt habe“, betonte Vogl, der beim Weltcup Ende Januar in Garmisch-Partenkirchen feierlich verabschiedet werden soll. Derzeit fehlt ihm der Weltcup nicht, nicht mal Skifahren geht er. „Aber das kann sich in zwei Wochen schon ändern. Nach den schwierigen Jahren war es mir wichtig, Abstand zu gewinnen“, sagte der achtmalige deutsche Meister.

Irgendwann könne er sich gut vorstellen, als Trainer zu arbeiten. Aber alles zu seiner Zeit. Doch eins stand für ihn schon jetzt fest. Nach dem Glückstelefonat mit Neureuther vor dem Adelboden-Rennen wollte er auch diesmal wieder zum Hörer greifen. „Wir machen das jetzt immer zwei Tage vor dem Rennen“, scherzte Vogl.

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