Verunglückter Lanzinger zurück auf Ski

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Deutsche Presse-Agentur

326 Tage nach seinem folgenschweren Unfall ist der frühere Skirennfahrer Matthias Lanzinger auf Ski zurückgekehrt.

Mit einer extra angefertigten Prothese fuhr der Österreicher in Kitzbühel die ersten Schwünge seit seinem schlimmen Sturz beim Weltcup-Super-G im norwegischen Kvitfjell am 2. März vorigen Jahres, nach dem Lanzinger der linke Unterschenkel entfernt werden musste. „Es war echt super. Das ist ein wunderbares Gefühl, das mit nichts zu vergleichen ist“, sagte der 28-Jährige nach seiner Probefahrt auf der Streif. Und: „Ich habe mich lange darauf gefreut. Das ist ein Quantensprung, der letzte Schritt in ein neues Leben.“

Lanzinger genoss das Erlebnis, dennoch muss sich der ehemalige Leistungssportler noch daran gewöhnen, mit einem technischen Hilfsmittel auf Brettern zu stehen. „Ich habe im Kopf noch das Gefühl, wie es vorher gewesen ist. Aber beim Rechtsschwung fühlt es sich noch ganz fremd an, als wenn der Fuß taub wäre“, berichtete er. „Das ist ein Gefühl, dass der Kopf erst noch speichern muss.“ In Zukunft will Lanzinger möglicherweise bei Hobbyrennen starten, Ziele wie eine Teilnahme an den Paralympics hat er aber vorerst nicht: „Ich habe so viele andere Sachen, die ich genieße und ich will mich im Moment nicht dem sportlichen Leistungsdruck aussetzen.“

Erst am Mittwoch war die 4500 Euro teure Spezial-Prothese fertiggestellt worden, die Lanzinger aufgrund ihrer Belastbarkeit und Bewegungseigenschaften die Rückkehr auf Ski ermöglicht. „Wir haben mehrere Wochen gebastelt und experimentiert, die Fertigstellung hat dann aber nur ein paar Tage gedauert“, berichtete der verantwortliche Orthopädie-Techniker Hannes Stabauer.

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