Vergleich im Prozess gegen Sinkewitz gescheitert

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Deutsche Presse-Agentur

Die Justiz-Tour geht für Rad-Profi Patrik Sinkewitz auf die Schlussetappe. Das Ziel, sich außergerichtlich mit seinem ehemaligen Sponsor „Förstina“ zu einigen, hat der Doping-Sünder nicht erreicht.

Sinkewitz konnte sich mit dem Getränkehersteller nicht auf den angestrebten Vergleich verständigen, wie das Landgericht Fulda auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa erklärte. „Die Bemühungen sind gescheitert. Das wurde uns kurzfristig mitgeteilt“, sagte Richter Reinhard Hawran. Nun wird am 26. Februar ein Urteil verkündet.

Der Getränkehersteller hatte Sinkewitz wegen arglistiger Täuschung im Zuge seiner Doping-Vergangenheit verklagt und zunächst 308 000 Euro Schadenersatz gefordert. Der 28-Jährige aus dem osthessischen Pilgerzell steht mittlerweile beim zweitklassigen tschechischen Team PSK Whirlpool unter Vertrag. Die finanziellen Vorstellungen beider Parteien hätten zu weit auseinandergelegen, sagte „Förstina“-Anwalt Christian Schmitt zu den geplatzten Verhandlungen: „Wir sind leider nicht auf einen Nenner gekommen.“

„Förstina“ war im Verlauf des seit mehr als einem Jahr andauernden Rechtsstreits stark von seiner ursprünglichen Forderung abgerückt. Doch ein Vergleich von 150 000 Euro hatte der ehemalige Fahrer des T- Mobile-Teams im April 2008 bereits abgelehnt. Mit dem jüngsten Vorschlag des Gerichts, sich auf knapp 100 000 Euro zu einigen, hatten sich die Streitpartien Ende November zu Beratungen zurückgezogen, um außerhalb des Gerichts einen Kompromiss zu finden.

Den im Januar 2004 abgeschlossenen Werbevertrag mit Sinkewitz hatte „Förstina“ gekündigt, nachdem der Rad-Profi im Juli 2007 positiv auf Testosteron getestet worden war. Einige Zeit später hatte er sich als Kronzeuge zur Verfügung gestellt und eine einjährige Rennsperre verbüßt. Der Getränkehersteller will nun unter anderem die Kosten für eine durch den Doping-Skandal unbrauchbar gewordene Werbekampagne zurückerstattet bekommen. Zu dem Vergleichsvorschlag beim Gütetermin im April hatte Sinkewitz nach der Verhandlung bereits gesagt: „Ich kann das nicht bezahlen.“

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