Vereine einig: Mehr Respekt für die Schiedsrichter

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Deutsche Presse-Agentur

Die Manager und Trainer der 1. und 2. Fußball- Bundesliga wollen künftig pfleglicher mit den Schiedsrichtern umgehen.

„Respekt ist das, woran wir arbeiten müssen - vor allem wir Protagonisten von den Vereinen“, sagte Heribert Bruchhagen, der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt, nach einem erstmaligen Treffer zwischen 17 Vertretern des Profifußballs und den 42 deutschen Spitzen-Unparteiischen am Freitag in Mainz. Die zweistündige

Aussprache fand im Rahmen den Schiedsrichter-Halbzeittagung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) statt. Kölns Trainer Christoph Daum machte sich für die Einführung des vierten Unparteiischen im Unterhaus stark: „Er kann deeskalierend wirken. Die Problemfälle in der zweiten Liga sind weitaus größer als in der ersten.“

Das Treffen war beim Runden Tisch im November in München vereinbart worden, nachdem es in der Vorrunde einige Auseinandersetzungen zwischen den Spielleitern sowie Trainern und Funktionären gegeben hatte. Neben strittigen Regelauslegungen waren auch Rudelbildung und Reklamieren ein Thema. „Ich wünsche mir einen toleranten und relaxten Umgang - vor allem, wenn das Spiel vorbei ist“, sagte FIFA-Referee Herbert Fandel (Kyllburg).

„Konflikte wird es immer wieder geben“, meinte Lutz Michael Fröhlich, der hauptamtliche Schiedsrichter-Abteilungsleiter beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). „Aber wir wollen ein Bewusstsein füreinander schaffen, Gründe für unsere Entscheidungen rüberbringen und deren Standpunkte hören.“

Daum will künftig seine Profis im Training öfter ein Spiel pfeifen lassen. „Es muss uns gelingen, den Respekt an den Tag zu legen, den die Schiedsrichter verdient haben“, sagte der Coach des Aufsteigers. „Wichtig ist, dass wir jetzt in die Vereine zurückgehen und mithelfen, mehr Verständnis für die Spielleiter aufzubauen.“ Zu den Spitzenfunktionären, „die ihre Wünsche, Sorgen und Nöte vortragen konnten“ (DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel), gehörten neben Daum und Bruchhagen unter anderem Horst Heldt (VfB Stuttgart), Thomas Ernst (VfL Bochum) und Christian Heidel (FSV Mainz 05).

Nicht dabei waren Bayern-Manager Uli Hoeneß und Felix Magath, die bereits am Runden Tisch teilgenommen hatten. Wolfsburgs Coach liegt mit dem DFB seit Wochen im Clinch, weil er sich weigert, eine 10 000- Euro-Strafe wegen Schiedsrichter-Beleidigung zu bezahlen. Er hatte jedoch seinen Co-Trainer Seppo Eichkorn geschickt. Der Fall Magath sei kein Thema gewesen, versicherte DFB-Vizepräsident Rainer Koch. Auf sein Angebot, einen „Friedensgipfel“ mit dem Trainer abzuhalten, sei Magath bisher im Übrigen nicht eingegangen.

Für die Schiedsrichter stehen am Wochenende drei Schwerpunkte auf dem Programm: einheitliche Regelauslegung, Zusammenarbeit zwischen Schiedsrichter und Assistenten sowie ein Referat zum Thema Körpersprache.

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