Venus Williams nach 40. Sieg mit harscher Kritik

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Deutsche Presse-Agentur

„Es ist eine Schande, dass eine unserer Spielerinnen nicht hier sein konnte“, sagte die Amerikanerin vor versammeltem Publikum nach dem 6:4, 6:2 über die Französin Virginie Razzano. Peer war nach dem Gaza-Krieg die Einreise für das WTA-Turnier in den Vereinigten Arabischen Emiraten verweigert worden. „Ich dachte, das muss erwähnt werden. Ich hatte eine kleine Chance, etwas zu sagen, als alle zuhörten“, meinte Williams später.

Die Damen-Profi-Organisation WTA hatte mit der bisher höchsten Geldstrafe gegen eines ihrer Mitglieder darauf reagiert. Die Veranstalter in Dubai sollen 300 000 Dollar zahlen und Peers Teilnahme im kommenden Jahr sicherstellen. Die Ex-Soldatin soll spätestens acht Wochen vorher ein Visum erhalten und eine Wildcard für das Turnier bekommen, falls sie nicht über die Weltrangliste qualifiziert ist. Die 21-Jährige wird mit 130 Ranglistenpunkten und 44 250 Dollar entschädigt. Anna-Lena Grönefeld erhält 7950 Dollar, weil sie mit Peer nicht wie geplant Doppel spielen konnte.

Nachdem mit Rafael Nadal und Roger Federer die weltbesten Profis für das ATP-Turnier in der neuen Woche verletzt absagten, tritt Titelverteidiger Andy Roddick aus Protest gegen Peers Ausschluss nicht an. „Ich bin nicht damit einverstanden, was da passiert ist“, sagte der Amerikaner am Rande des Turniers in Memphis, wo er in das Finale am Sonntag einzog. „Es ist nicht richtig, dass sich Sport und Politik auf diese Weise vermischen.“

Peers Landsmann Andy Ram, der am Sonntag noch um den Doppel-Titel beim ATP-Turnier in Marseille spielte, darf nach den weltweiten Protesten dagegen in der neuen Woche in Dubai antreten. Venus Williams kündigte daher an, sie werde im kommenden Jahr an den Persischen Golf zurückkehren, wo sich die Organisatoren sehr um die Profis kümmerten. „Falls nicht alle die gleiche Chance bekommen, hier zu spielen, muss ich aber noch einmal darüber nachdenken“, sagte die Wimbledonsiegerin, die erstmals seit fünfeinhalb Jahren wieder zu den besten Fünf der Weltrangliste gehört.

Auf der Pressekonferenz nach ihrem Sieg erinnerte die 28-Jährige an das Schicksal von Althea Gibson, die wegen ihrer Hautfarbe von Turnieren ausgeschlossen worden sei. Gibson war 1957 die erste afro-amerikanische Wimbledonsiegerin und triumphierte auch bei den French und US Open.

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