Varoufakis zur Super League: „Das Big Money ist längst da“

Yanis Varoufakis
Blickt kritisch auf das Milliarden-Geschäft Profifußball: Yanis Varoufakis. (Foto: Isabel Infantes / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis hat sich kritisch zum Milliarden-Geschäft Profifußball geäußert - auch ohne die gescheiterte Super League würden Europas Großclubs für Finanziers und Bankhäuser immer attraktiver.

„Wenn man sich die jetzige Champions League anschaut, ist sie zwar keine geschlossene Liga, und sie hat mehr als 30 Teams. Aber: Das Big Money ist längst da“, sagte der Finanzexperte in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“.

„Magnet für Finanziers“

„Da sind jetzt schon Milliarden Euro im Spiel. Und das heißt: Sie ist schon jetzt ein Magnet für Finanziers. Selbst wenn man alles so weitertreiben ließe, wenn keine US-Amerikaner oder von mir aus Außerirdische kämen, würde es irgendwann eine Bewegung hin zu einer Super League, zur Abschaffung von Abstiegen geben“, meinte der 60-Jährige. „Davon bin ich überzeugt.“

Das große Interesse von Geldhäusern liege seiner Meinung nach „an der herausragenden Fähigkeit des Fußballs, Erlöse zu erzielen. Sie sind in die Höhe geschossen, seit TV-Rechte zu einer Handelsware geworden sind“, sagte Varoufakis. Und aus allen Faktoren entstehe ein Zyklus. „Die lukrativen TV-Verträge führen zu einem Wettbewerb unter den Teams, die einen möglichst großen Teil des Kuchens abbekommen wollen. Und je größer ihr Anteil ist, desto attraktiver wird das Team dann für Oligarchen“, schilderte der frühere Minister.

Marktdominanz von wenigen Clubs

All das führe schließlich zu einer Marktdominanz von wenigen Teilnehmern. „Der FC Barcelona, Real Madrid, der FC Bayern München, der FC Liverpool, Manchester City und einige weitere werden - oder sind - jetzt im Grunde unschlagbar. Nicht in einzelnen Spielen natürlich, aber auf der langen Linie“, erklärte Varoufakis. Irgendwann komme der Punkt, „an dem der sportliche Wettbewerb nicht mehr unvorhersehbar ist, sondern vorhersehbarer wird“.

© dpa-infocom, dpa:210528-99-782273/2

SZ-Interview mit Varoufakis (E-Paper - kostenpflichtig)

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