Vandalismus-Vorwurf: Ebert und Boateng wehren sich

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Deutsche Presse-Agentur

Der nächtliche Streifzug durch Berlin wird für die alten Freunde Patrick Ebert und Kevin-Prince Boateng nicht ohne Folgen bleiben - gegen den Vorwurf des Vandalismus aber setzen sich beide Bundesliga-Profis zur Wehr.

„Das sind Lügengeschichten. Man hat nur Geburtstag und wird gleich verdächtigt“, hatte Hertha-Profi Ebert in einer ersten Reaktion auf Ermittlungen der Berliner Polizei wegen Vandalismus gesagt. „Ich habe mit Kevin telefonischen Kontakt gehabt, er weist die Beschuldigungen vehement zurück“, erklärte BVB- Sportdirektor Michael Zorc nach einem Gespräch mit dem derzeit am Knie verletzten Boateng, der zusammen mit Ebert dessen 22. Geburtstag gefeiert hatte.

Nach Informationen von „Morgenpost Online“ seien die beiden Spieler, die in den Hertha-Jugendmannschaften gemeinsam gespielt hatten, dabei beobachtet worden, wie sie nach der längeren Feier im Berliner Stadtbezirk Wilmersdorf an mindestens einem Auto den Lack zerkratzt und an fünf weiteren Wagen die Seitenspiegel abgetreten hätten. In einem „eindringlichen Gespräch“ mit den Hertha-Verantwortlichen betonte U21-Nationalspieler Ebert, dass der gegen die beiden Spieler erhobene Vorwurf jeglicher Grundlage entbehre. „Ich habe ihn mehrmals gefragt, er hat es immer wieder bestritten“, sagte Berlins Manager Dieter Hoeneß. Hertha will eine eindeutige Klärung des Sachverhaltes, für den Verein gilt bis dahin die Unschuldsvermutung.

Dennoch packten die Chefs des Bundesliga-Spitzenreiters schon den Strafen-Katalog aus. Hertha dulde es nicht, „dass ein Spieler nach drei Uhr nachts unterwegs ist“, hieß es in einer offiziellen Erklärung. „Auch an seinem Geburtstag darf Patrick nicht zu so später Stunde feiern“, betonte Hoeneß und kündigte eine empfindliche Geldstrafe an. Zumal Ebert schon vorbelastet ist. Im August 2007 war eine nächtliche Alkoholtour mit dem Auto durch die Polizei gestoppt und mit Führerschein-Entzug bestraft worden. Dieses Mal bestätigte die Berliner Polizei nur, dass die „zwei Fußballer“ von einer Polizeistreife gestellt und die Personalien aufgenommen worden seien.

Hertha hatte sich im Sommer 2007 auch vom großen Talent Kevin Boateng getrennt, weil die alte Conection mit Ebert, Bruder Jerome Boateng und Ashkan Dejagah den Binnenfrieden stark gefährdet hatte. Zudem zahlte Tottenham Hotspur über sieben Millionen Euro für Boateng. Der 22-Jährige konnte sich bei den „Spurs“ aber nicht durchsetzen und bekam in der Winterpause in Dortmund eine neue, vielleicht seine letzte Bundesliga-Chance. Der BVB sei an einer exakten Feststellung des Sachverhaltes interessiert, sagte Sportdirektor Zorc zum nächtlichen Ausflug seines Spielers, warnte allerdings vor einer Vorverurteilung.

Um die Vorwürfe voll umfänglich aufzuklären, haben Ebert und Boateng nun Anwälte beauftragt. Inwieweit der Vorfall auch zu sportlichen Konsequenzen beim Überraschungs-Spitzenreiter Hertha BSC führen könnte, ist noch unklar. Zwar wurde die Suspendierung des Stammspielers Ebert für die Bundesliga-Partie beim VfB Stuttgart als eine Option gehandelt. „Doch das ist Sache des Trainers. Er will noch eine Nacht darüber schlafen“, sagte Manager Hoeneß.

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