Vancouver findet Investment-Firma ab

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Deutsche Presse-Agentur

Im Konflikt um die ungesicherte Finanzierung des olympischen Dorfes für die Winterspiele 2010 hat die Stadt Vancouver den Kreditgeber mit 319,5 Millionen Kanada-Dollar (rund 202 Millionen Euro) abgefunden.

Dies teilten Vertreter der Olympia-Stadt mit. Mit der Zahlung an die Fortress Investment Group wolle man die ausufernden Kosten des Projekts wieder unter Kontrolle bekommen.

Addiert man die noch offenen Baukosten für das Dorf von geschätzten 400 Millionen Kanada-Dollar, dann lastet allerdings schon heute ein Schuldenberg von knapp 750 Millionen Dollar (474 Millionen Euro) auf den Einwohnern der Metropole am Fraser River. In Vancouver und Whistler findet vom 12. bis zum 28. Februar 2010 das olympische Wintersport-Spektakel auf Eis und Schnee statt.

Die Fortress Group hatte ihre Zahlungen an die beteiligten Baufirmen im vergangenen September eingestellt. Daraufhin war die zur Fertigstellung des olympischen Dorfes verpflichtete Stadt Vancouver in die Bresche gesprungen, um den Bau der Athletenunterkünfte im Zeitplan zu halten. Das Dorf soll im Oktober an das Organisationskomitee VANOC übergeben werden.

Gut 1100 Sportler und Funktionäre sollen sich in der Anlage am False Creek in Downtown Vancouver wohl fühlen und in Ruhe auf die Wettbewerbe vorbereiten. Nach den Spielen werden die Athletenwohnungen in Eigentumsobjekte umgewandelt und sollen verkauft werden. Die Stadt hofft, auf diesen Weise einen Großteil der Baukosten refinanzieren zu können.

„Wir haben eine Vereinbarung, die ganz klar nicht im Interesse der Steuerzahler war, in eine Übereinkunft verwandelt, die die Interessen der Steuerzahler an erster Stelle sieht“, lobte Vancouvers Bürgermeister Gregor Roberston die nun erzielte Einigung. Stadt- Manager Penny Ballem erklärte: „Der Ausstieg von Fortress eröffnet uns eine Reihe neuer Möglichkeiten.“ Weitaus niedrigere Zinssätze für den notwendigen Kredit von der „Bank of Montreal“ könnten nunmehr ausgehandelt werden. Im besten Fall könne die Stadt 90 Millionen Kanada-Dollar (57 Millionen Euro) sparen, informierte Ballem.

Doch die Probleme rund ums Athletendorf sind längst nicht gelöst: Vancouver kämpft jetzt gegen eine massive Etat-Überschreitung für die Errichtung von Sozialwohnungen, die ein separater Bestandteil des olympischen Dorfes werden sollen. Dieses Budget soll bereits um 77 Millionen Kanada-Dollar(49 Mio. Euro) überzogen sein. Damit wäre auch die erhoffte Zinsersparnis Schnee von gestern.

Nach wie vor planen die Olympia-Macher mit einem ausgeglichenen Haushalt von 1,76 Milliarden Kanada-Dollar (1,12 Milliarden Euro) für die dritten Olympischen Spiele im zweitgrößten Land der Erde. Für die bereits fertiggestellten Sportstätten wurden weitere 580 Millionen Dollar (370 Mio. Euro) aufgewendet. Noch sind die VANOC- Verantwortlichen aber auf der Suche nach fünf Großsponsoren - und 30 Millionen Kanada-Dollar.

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