Uwe Krupp: „Mit Herz und Seele dabei“

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Deutsche Presse-Agentur

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat sich dank des 2:1-Sieges über Österreich in Hannover schon vor dem letzten Turnierspiel gegen Slowenien für die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver qualifiziert.

Ein großer Erfolg ist dies auch für Bundestrainer Uwe Krupp, der bei Olympia 2006 in Turin die Mannschaft erstmals bei einem Turnier betreute. Zwei Monate später wurde die deutsche Auswahl unter seiner Regie Sieger der B-WM, nachdem sie 2005 abgestiegen war. Damit rückte schon damals die direkte Olympia-Qualifikation über die Weltranglistenplatzierung in weite Ferne.

Was war entscheidend für den knappen Erfolg?

„Es war ein unglaublich emotionales Spiel. Der ausschlaggebende Punkt war unsere Unterzahl und Überzahl. Wir haben so hart gearbeitet, wie man nur arbeiten kann. Das war eine überragende Mannschaftsleistung, Österreich hat uns bis an die Grenzen getrieben. Man braucht auch ein bisschen Glück, und das hatten wir. Du machst Dir auch dein Glück.“

Wie wichtig ist die Olympia-Teilnahme für das deutsche Eishockey?

„Das ist ein Riesenschritt für uns. Wir können wieder ein Wörtchen mitreden - das ist gut für das deutsche Eishockey. Wir waren hier, weil wir 2005 abgestiegen sind. Olympia ist der Höhepunkt in der Karriere jedes Sportlers. Die Spieler nehmen ihre Aufgabe im Nationaltrikot unheimlich ernst. Die Jungs sind mit Herz und Seele dabei. Wir sind eine kampfstarke, laufstarke Mannschaft, die zusammengewachsen ist und wo nur Spieler reinkommen, die uns besser machen. Wir bauen wieder eine gute Mannschaft - auch für die WM in Bern. Wir werden versuchen, uns in der Weltrangliste weiter nach oben zu arbeiten.“

Was bedeutet Ihnen persönlich der Erfolg?

„Das war möglicherweise das wichtigste Spiel in meinem ganzen Leben - wichtiger als der Stanley Cup. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass das nichts Besonderes ist. Du brauchst nur die Zeitung aufzuschlagen, um zu wissen, was Druck ist. Als Spieler ist es einfach, der Job ist ganz anders. Es war kein gutes Jahr für das deutsche Eishockey. Jetzt haben wir das wichtigste Spiel gehabt und wollten zeigen, dass die Weichen richtig stehen.“

Aufgezeichnet von Robert Semmler, dpa

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