US-Verband sperrt Phelps für drei Monate

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Die Wasserpfeifen-Affäre bleibt für Michael Phelps nicht ohne Folgen. Der US-Schwimmverband sperrte den 14-fachen Olympiasieger für drei Monate und entzog ihm für diese Zeit die finanzielle Unterstützung.

Zudem entschied einer seiner Hauptsponsoren, der Lebensmittelkonzern Kellogg, den Werbevertrag mit dem erfolgreichsten Olympioniken nicht mehr zu verlängern. Phelps gab sich erneut reumütig. „Das ist fair. Für einen Fehler sollte man bestraft werden“, sagte Phelps in Baltimore vor seinem Training, Stunden nach der Suspendierung durch den US-Verband. „Ich bin zurück im Wasser und tue das, was ich wirklich liebe.“

Den Denkzettel kann Phelps aber relativ gelassen hinnehmen. Die monatliche Verbands-Unterstützung von 1750 Dollar (1365 Euro) ist angesichts der Millionen-Einnahmen des 23-Jährigen durch zahlreiche Werbeverträge ohnehin nur symbolischer Natur. Zuvor hatten zwei andere Haupt-Sponsoren (Omega und Speedo) ebenso wie der Weltschwimmverband FINA und das Internationale Olympische Komitee IOC versichert, trotz der neuen Eskapade zu Phelps zu stehen.

Die Teilnahme an der WM Ende Juli in Rom steht bislang ebenso nicht auf Kippe, da die US-Qualifikationen erst Anfang Juli in Indianapolis stattfinden. Bislang hatte der Ausnahme-Schwimmer nach längerer Trainingspause seinen ersten Wettkampf Anfang März beim Grand Prix von Austin im US-Bundesstaat Texas bestreiten wollen - nun muss er das erste Kräftemessen auf Anfang Mai verschieben.

Das britische Boulevard-Blatt „News of the World“ hatte ein Bild veröffentlicht, auf dem Phelps an einer Wasserpfeife saugend zu sehen ist. Er hatte am Sonntag die Echtheit des im November offenbar bei einer Uni-Party im US-Bundesstaat South Carolina aufgenommenen Bildes bestätigt, aber nicht explizit einen Marihuana-Konsum eingeräumt. Lediglich für ein „unangemessenes Verhalten“ hatte sich Phelps entschuldigt. „Michael musste jetzt einiges durchmachen und er hat hoffentlich einiges gelernt“, sagte sein Trainer Bowman. „Ich verstehe, dass der US-Verband etwas tun musste.“

Der Verlust seiner acht Goldmedaillen der Olympischen Spiele von Peking droht Phelps nicht. Cannabis steht zwar auf der Doping-Liste, muss aber für eine Sperre bei einem Test während eines Wettkampfs oder einer Trainingsperiode festgestellt werden. Strafrechtliche Folgen muss Phelps nur dann befürchten, wenn ihm Marihuana-Konsum nachgewiesen wird.

Aber auch ohne verwertbaren Beweis setzte der US-Schwimmverband ein Zeichen. „Es sind zwar keine Anti-Doping-Regeln verletzt worden, aber wir wollten ein starkes Signal an Michael senden, weil er so viele Leute enttäuscht hat, insbesondere hunderttausende Kinder, die in ihm ein Vorbild sehen“, hieß es in der am 5. Februaar veröffentlichten Erklärung. „Michael hat freiwillig diese Verwarnung akzeptiert und sich verpflichtet, unser Vertrauen wieder zu erlangen.“

Zuvor hatte Kellogg Co. mitgeteilt, den auslaufenden Vertrag mit Phelps, dessen Konterfei auf Cornflakes-Verpackungen zu sehen war, nicht zu verlängern. Eine Sprecherin des Nahrungsmittelkonzerns sagte, das Verhalten passe nicht zum Image von Kellogg. Im Dezember 2004 hatte ein US-Gericht Phelps zu 18 Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt, weil er alkoholisiert am Steuer seines Wagens erwischt wurde. Die Sponsoren hatten damals seine Reue akzeptiert.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen