Unruhe bei VW belastet auch den VfL Wolfsburg

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Bruno Labbadia
Muss sich auch mit Sorgen abseits des Platzes befassen: Wolfsburg-Coach Bruno Labbadia. (Foto: Patrick Seeger / DPA)
Lars Reinefeld und Manuel Schwarz

Ruhe in Wolfsburg? Das bleibt auch nach dem so wichtigen Sieg beim SC Freiburg eine Utopie.

Sportlich stecken die Niedersachsen vor dem Heimspiel gegen den FC Augsburg am Freitag (20.30 Uhr) weiter mitten im Abstiegskampf, der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt lediglich zwei Punkte. Und im Umfeld wirken sich die Turbulenzen beim Volkswagen-Konzern auch auf den Fußball-Bundesligisten aus.

„Natürlich interessiert das auch die Mannschaft“, sagte Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia. Die Berichte über den Führungswechsel bei VW und seine Folgen würden auch die Spieler mitbekommen. „Meine Aufgabe ist es aber, solche Dinge fernzuhalten und nicht so groß zu thematisieren“, sagte der VfL-Coach. „Wir können dem Verein am meisten helfen, wenn wir auf dem Platz funktionieren.“

Zuletzt funktionierte es bei den Niedersachsen etwas besser. In Freiburg zeigte die Mannschaft endlich einmal über 90 Minuten eine kämpferisch überzeugende Leistung, garniert mit den beiden schönen Treffern von Daniel Didavi. „Das war definitiv ein guter Schritt, den wir gemacht haben, aber auch gebraucht haben“, sagte Labbadia. Die erhoffte Ruhe brachte der Dreier im Breisgau aber nicht, was nicht nur an den Meldungen rund um den Abschied von VW-Boss Matthias Müller lag.

Am Dienstag sorgte Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz mit einem veröffentlichten Statement für Aufsehen. Der Spanier wollte damit den seit Monaten in der Kritik stehenden Sportdirektor Olaf Rebbe in den letzten Wochen der Saison stärken. Doch weil er darin ein klares Bekenntnis zu Rebbe über die Spielzeit hinaus vermissen ließ, erreichte er genau das Gegenteil. Es wird weiter munter darüber spekuliert, wer neuer starker Mann im sportlichen Bereich wird und den x-ten Neuaufbau bei den Grün-Weißen planen soll.

Labbadia versucht auch das auszublenden. Sein Fokus liege allein auf der eigenen Mannschaft und dem Duell mit dem Tabellenelften aus Augsburg. „Wir müssen eine Top-Top-Top-Leistung bringen“, sagte Labbadia vor der Partie gegen den FCA, der einer der Angstgegner des VfL ist. Erst ein Heimsieg gelang gegen die Fuggerstädter, die letzten beiden Partie vor eigenem Publikum wurden gegen Augsburg verloren. „Wir müssen Geduld mitbringen und mit höchster Intensität zu Werke gehen“, sagte Labbadia, der auf den verletzten Joshua Guilavogui (muskuläre Probleme) verzichten muss.

Während die Wolfsburger weiter jeden Punkt für den Verbleib in der Bundesliga benötigen, können die Augsburger mit einem Sieg ihren eigenen Titelgewinn perfekt machen. „Der Klassenerhalt ist unsere Meisterschaft“, sagte Augsburgs Trainer Manuel Baum. Neun Punkte liegt der FCA vor dem FSV Mainz 05 auf Platz 16. Ein Sieg in Wolfsburg würde wohl auch die allerletzten Zweifel am Klassenverbleib zerstreuen.

Baum sitzt in Wolfsburg zum 50. Mal auf der Augsburger Trainerbank. Ein Fakt, den er nach eigenen Angaben gar nicht kannte. „Dann wünsche ich mir drei Punkte in Wolfsburg“, sagte er, angesprochen auf das Jubiläum. Der Augsburger Meisterschaft kämen sie damit ganz nah. In Wolfsburg würde die Unruhe dagegen wohl noch größer.

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