Ulms Basketballer brauchen dringend Siege

 Es läuft noch nicht bei Ulms Basketballern um Trainer Anton Gavel und Devin Robinson.
Es läuft noch nicht bei Ulms Basketballern um Trainer Anton Gavel und Devin Robinson. (Foto: Imago)
Sportredakteur

Gegen Germani Brescia, durchaus eine Basketballmannschaft auf sehr gehobenem europäischem Niveau, haben die Basketballer von Ratiopharm Ulm am Mittwochabend über weite Strecken ein starkes Spiel gezeigt. Im Eurocup führte die in der Bundesliga noch immer punktlose Mannschaft von Trainer Anton Gavel bis fünf Minuten vor dem Ende. Dann zeigten die Ulmer allerdings bekannte Schwächen – und verloren in der Verlängerung mit 90:98. Vor dem Heimspiel in der Bundesliga am Samstag (18 Uhr/Ratiopharm-Arena) gegen Medi Bayreuth nimmt Ulms Sportdirektor Thorsten Leibenath die Spieler in die Pflicht – den neuen Trainer aber explizit in Schutz.

Es gibt für den Sportdirektor „eine Dringlichkeit an Ergebnissen“

Wenn an Tagen nach Niederlagen in der obligatorischen Presserunde auch der Sportdirektor anwesend ist, kann das ein Indiz für Unruhe im Verein sein. Auch Thorsten Leibenath will die prekäre Lage seiner Mannschaft gar nicht schönreden: „Die Spieler müssen realisieren, dass es eine Dringlichkeit an Ergebnissen gibt“, sagt der Sportdirektor. „Wir sind uns der Lage bewusst. Aber wir Verantwortlichen glauben, dass Geduld ein guter Ratgeber ist.“

Nach vier Spieltagen in der Bundesliga wartet die fast komplett neu zusammengestellte Ulmer Mannschaft noch auf den ersten Sieg, im Pokal ist Ulm schon ausgeschieden, im Eurocup gab es in drei Partien nur einen Erfolg zu Hause gegen Venedig. „Wir sind nicht der Verzweiflung nahe“, sagt Leibenath dennoch. „Ich hätte größere Sorgen, wenn wir in jedem Spiel eine Klatsche bekommen hätten.“ Dem ist beileibe nicht so. Im Eurocup verlor Ulm gegen Panevezys mit 76:80 und eben nach Verlängerung gegen Brescia, in der Bundesliga gab es bislang nie mehr als neun Punkte Unterschied. „Wir sind uns des Risikos bewusst, etwa mit ganz jungen Point Guards in die Saison gegangen zu sein“, meint Leibenath. „Das ändert nichts daran, dass wir Spiele gewinnen sollten, aber mich stimmt zuversichtlich, dass eine Entwicklung zu sehen ist.“

Jeden Sommer stehen die Ulmer vor ähnlichen Schwierigkeiten

Seinem Trainer Anton Gavel, der erstmals als Cheftrainer in der Bundesliga arbeitet, bescheinigt Leibenath sehr gute Arbeit. Der Sportdirektor weiß um die Schwierigkeiten am Standort, er war schließlich selbst jahrelang Trainer. Fast jede Saison geht es darum, eine in weiten Teilen neue Mannschaft zusammenzustellen. Im Vergleich zur Vorsaison sind nur fünf Profis über den Sommer in Ulm geblieben. Dazu gab es einige Verletzungen und Nationalspieler, die erst später dazustießen. „Anton hatte in der Vorbereitung zu wenige Spieler da, um Automatismen zu bekommen“, meint Leibenath.

Das zeigte sich zuletzt in einigen Partien. „Defensiv brauchen wir mehr Stabilität“, sagt Gavel. Dazu leisten sich junge Profis wie etwa das 18-jährige spanische Toptalent Juan Nunez oder der ebenfalls noch extrem junge Fedor Zugic (19) in entscheidenden Phasen Fehler. „Brescia hat in entscheidenden Phasen besser gespielt, was auch mit Alter und Erfahrung zusammenhängt“, sagt Leibenath. „Ihre Entscheidungen hatten mehr Hand und Fuß als unsere.“

Mit zwei Spielen pro Woche bleibt Gavel im Training nicht viel Zeit, an den Automatismen zu arbeiten. „Die Jungs sind motiviert, sie machen Fortschritte“, lobt der neue Trainer. „Aber wir reden hier auch nicht alles schön. Wir wissen, dass wir Baustellen haben und Siege brauchen.“ Am besten direkt am Samstag gegen Bayreuth.

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