UEFA macht Gewinn - Platini zufrieden

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Deutsche Presse-Agentur

Der europäische Fußball-Dachverband hat im Vorjahr ein fettes Plus von 235 Millionen Euro verbucht und blickt trotz der drohenden Wirtschaftskrise zuversichtlich in die Zukunft.

Vor allem dank der Einnahmen aus der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz stockte die Europäische Fußball-Union (UEFA) in der Saison 2007/08 ihr Eigenkapital auf 508,4 Millionen Euro auf. „Wir sind in einer finanziell guten Situation und haben wegen der Finanzkrise bisher keine Verluste erlitten“, sagte Generalsekretär David Taylor auf dem UEFA-Kongress in Kopenhagen.

Insgesamt steigerte die UEFA nach eigenen Angaben ihre Einnahmen gegenüber der Vorsaison um knapp 775 Millionen auf 1,925 Milliarden Euro. In den drei Jahren bis zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine rechnet der Europa-Verband jedoch mit einem Nettoverlust von bis zu 70 Millionen Euro und dem Rückgang des Eigenkapitals auf etwa 306 Millionen Euro. „Es hat noch nie ein solch schwieriges Wirtschaftsklima gegeben, wenn es um die Planung der Finanzen geht“, räumte Taylor ein.

Erst 2012 hofft die UEFA wegen der EM-Endrunde wieder auf ein leichtes Plus. „Bei den Einnahmen aus den TV-Verträgen erwarten wir da eine leichte Steigerung. Die Einnahmen aus dem Hospitality werden gegenüber 2008 aber zurückgehen“, erklärte der UEFA-Generalsekretär.

Zuvor hatte Präsident Michel Platini zum Auftakt des Kongresses eine positive Halbzeit-Bilanz seiner vierjährigen Amtszeit gezogen. „Es hat keine Revolution gegeben, die einige befürchtet und andere erhofft hatten. Aber es hat sich einiges geändert im Rahmen der Kontinuität“, sagte Platini. DFB-Präsident Theo Zwanziger stellte dem Europameister von 1984 ein glänzendes Zeugnis aus. „Er ist ein kluger Kopf, der den Leistungsbereich einzuordnen weiß und der UEFA ein klares sportliches Profil gibt“, lobte Zwanziger.

Platini reklamierte in seiner Eröffnungsrede im Bella Center von Kopenhagen einige Erfolge für sich. Seit seiner Wahl 2007 habe die UEFA den Dialog mit der FIFA wiederbelebt und stimme mit dem Weltverband auf den wichtigsten Feldern überein. Zudem gebe es die Elite-Gruppe der Clubs (G14) nicht mehr, „die die Pyramide des Fußballs bedroht hat“, sagte Platini. Ferner werde die EM-Endrunde von 2016 an auf 24 Teams aufgestockt und der UEFA-Cup reformiert, der vom kommenden Spieljahr an unter dem Titel Europaliga firmiert. „Ich bin überzeugt, dass der Wettbewerb ein bisschen aus dem Schatten seiner großen Schwester Champions League treten wird“, sagte Platini.

Für die Zukunft setzt er auf elf Grundsätze, darunter die Autonomie des Fußballs. Unterstützt wird er darin von FIFA-Präsident Joseph Blatter, der in seiner Gast-Rede betonte: „Es gibt zu viel Einmischung, auch aus der Politik. Wir brauchen Gesetze, die die Autonomie des Sports und damit auch des Fußballs respektieren.“

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