UEFA gibt positive Signale für EM 2012

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Deutsche Presse-Agentur

Nach zum Teil heftigen Turbulenzen hat die Europäische Fußball-Union UEFA erstmals seit Monaten positive Signale für die Ausrichtung der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine gesendet.

Auf der Exekutivsitzung in Kopenhagen wurde dem Gremium ein „durchaus positiver Bericht“ vorgelegt, erklärte Franz Beckenbauer nach dem Treffen. „Es hapert zwar noch bei der Infrastruktur, aber der Stadionbau haut hin“, sagte der „Kaiser“. Im April will sich UEFA-Präsident Michel Platini auf einer Inspektionsreise ein Bild vom Stand der Vorbereitungen machen.

Im September des Vorjahres hatte die UEFA auf ihrem Kongress in Bordeaux die 2007 erfolgte EM-Vergabe an Polen und die Ukraine bestätigt, wegen der schleppenden Vorbereitung aber zugleich eine strenge Kontrolle der Baumaßnahmen beschlossen. Gedankenspiele, den beiden osteuropäischen Staaten die Endrunde zu entziehen, sind dagegen endgültig vom Tisch. „Niemand redet mehr über eine Stornierung“, betonte Gerhard Mayer-Vorfelder. Der 76-Jährige, der am Mittwoch auf dem UEFA-Kongress aus der Exekutive des europäischen Dachverbandes ausscheidet, stellte fest: „Polen ist im Straßenbau ein Stück weiter als die Ukraine, wo es vor allem beim Hospitality Probleme gibt. Die haben zu wenige Hotels.“

Er bekräftigte, dass es im Zuge der teils heftigen Diskussionen um die EM-Endrunde 2012 vonseiten der UEFA nie eine Anfrage an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) gegeben habe, als Co-Ausrichter einzuspringen. Im vergangenen Jahr war darüber spekuliert worden, dass Endrundenspiele in Berlin und Leipzig ausgespielt werden könnten, sollten die Stadien in der Ukraine nicht rechtzeitig fertiggestellt werden.

Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger verwies ein solches Szenario in das Reich der Fabel. „Beim DFB hat es einen solchen Notfallplan nie gegeben, ich hätte davon wissen müssen. Ich kenne ihn nicht. Ich halte es für respektlos, aus der Distanz heraus Polen oder der Ukraine zu unterstellen, dass sie es nicht können. Ich wünsche mir, dass beide Länder ein guter Gastgeber der EM sein werden“, sagte Zwanziger in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das Verhältnis zu beiden Ländern sei so exzellent, „dass jeder Deutsche mit einem nassen Handtuch geschlagen gehört, wenn er dazu beitragen würde, die erfolgreiche Gestaltung der EM in Zweifel zu ziehen.“

Unterdessen hat die Exekutive die Kandidaten für die EURO 2016 bestätigt. Die Bewerber Frankreich, Italien, Türkei sowie Norwegen/Schweden müssen ihre komplette Unterlagen bis zum 15. Februar 2010 bei der UEFA einreichen.

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