Turner erleiden böse Pleite - Nur Toba im Mehrkampf-Finale

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Turn-EM in Stettin
Feierte in Stettin ein gelungenes Comeback: Andreas Toba. (Foto: Mateusz Slodkowski/SOPA Images via ZUMA Wire / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Frank Thomas

Zum ersten Mal seit vier Jahren haben die deutschen Turner kein Gerätefinale bei einer Europameisterschaft erreicht.

In der Qualifikation der Titelkämpfe von Stettin kam der Schock für die Deutschen mit der letzten Übung der Barren-Konkurrenz, als der Brite Brinn Bevan mit Punktgleichheit von 14,533 Punkten auch noch Marcel Nguyen den Einzug in den Medaillenkampf verwehrte. „Einfach nur zum Kotzen“, sagte der 31 Jahre alte Turn-Oldie aus Unterhaching und war restlos bedient. Fünf mal war ihm zuvor der Einzug ins EM-Finale an seinem Spezialgerät gelungen, zweimal hatte er den Titel erkämpft.

Für den einzigen Lichtblick im Team sorgte Olympia-Held Andreas Toba, der als Elfter mit 82,265 Punkten in das Allround-Finale der besten 24 am Freitag einzog. Nach drei Jahren ohne einen Mehrkampf auf internationalen Turner-Podien feierte Toba ein hervorragendes Comeback. „Jetzt haben alle gesehen, dass ich wieder in der Lage bin, auch deutlich mehr als 80 Punkte zu turnen“, sagte der deutsche Allroundmeister von 2016, der seit Jahren von Verletzungen geplagt worden war.

Er hatte bei den Olympischen Spielen 2016 für Aufsehen gesorgt, als er nach einem Kreuzbandriss am Pauschenpferd weiter turnte und der deutschen Riege den Finaleinzug sicherte. Seinen letzten kompletten Sechskampf hatte er bei der Qualifikation für Olympia gleichfalls in Rio de Janeiro im Frühjahr 2016 geturnt.

Nguyen hingegen muss zum ersten Mal seit zwölf Jahren von einer Turn-EM ohne einen Finaleinzug abreisen. Der 31 Jahre alte Routinier landete als Neunter am Barren noch einen Platz vor seinem Unterhachinger Teamgefährten Lukas Dauser, der vor zwei Jahren EM-Silber an diesem Gerät gewonnen hatte. Auch Dauser kam auf dieselbe Punktzahl von 14,533 Zählern.

„Meine Übung war angreifbar. Der Schritt beim Abgang hat mich das Finale gekostet“, urteilte er. Einem Einspruch der Mannschaftsleitung gegen den von den Kampfrichtern zunächst vergebenen Schwierigkeitsgrad von 5,9 war von der Jury stattgegeben worden, dennoch entschied auch hier die geringere Haltungsnote gegen den Deutschen.

Beim Sprung verpassten Nick Klessing (Halle/Saale) und sein punktgleicher Teamgefährte Felix Remuta (Unterhaching) haarscharf den Medaillenkampf, konnten aber die in den vergangenen Jahren aufgerissene Lücke zur Weltspitze an diesem Gerät zumindest ansatzweise stopfen. „Die jüngeren Leute waren aber noch nicht die erhoffte Hilfe für unser Team“, urteilte Cheftrainer Andreas Hirsch.

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