Trophäen-Hamster Vonn - Kugel für Svindal

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Deutsche Presse-Agentur

Lindsey Vonn sammelt Kristallkugel um Kristallkugel, aber auch Slalom-Weltmeisterin Maria Riesch hat auf der Saison-Zielgeraden in den Speed-Disziplinen noch einmal mächtig aufgedreht.

Während sich Vonn nach dem Gewinn des Abfahrts-Weltcups und dem vorzeitigen Triumph im Ski-Gesamtweltcup mit ihrem Super-G-Erfolg als erste Amerikanerin auch in dieser Disziplin die kleine Kristallkugel holte, fuhr Riesch als Dritte zu ihrem ersten Super-G- Podest der Saison.

„Auf einmal macht es klack und es läuft wieder, ohne dass man weiß warum. Ich bin ohne Druck locker drauflos gefahren. Da hat man wenigstens gesehen, dass ich es nicht verlernt habe“, sagte die Partenkirchenerin, die im vergangenen Winter noch das Disziplin- Klassement für sich entschieden hatte. Vor der Krönung des bemerkenswertesten Comebacks der Saison steht Aksel Lund Svindal. Der Norweger gewann die Super-G-Wertung der Herren und brachte sich damit in eine glänzende Ausgangsposition für seinen zweiten Gewinn der Großen Kristallkugel.

Diese war bei den Damen Lindsey Vonn schon vor ihren Siegen in Abfahrt und Super-G in Are praktisch nicht mehr zu nehmen, ihre Kronprinzessin Maria Riesch freute sich dennoch über ihre Spätzündung im Speed-Bereich. „Das ist perfekt, wie es hier läuft. Zwei Podiums in den Disziplinen, wo ich bisher nicht so gut war, sind ein super Abschluss“, sagte die Zweite im Gesamtklassement, die bei Vonns Sieg am Vortag als Zweite bereits ihr bestes Abfahrtsergebnis der Saison eingefahren hatte. „Das freut mich auch für die Trainer, die sich wirklich reingehauen haben, auch wenn es nicht so gut lief.“ Schlecht lief es am Donnerstag für Rieschs Teamkollegin Viktoria Rebensburg. Die als Junioren-Weltmeisterin für das Finale qualifizierte Kreutherin schied aus.

Während Maria Riesch sich als feststehende Gewinnerin der Slalom- Kristallkugel an diesem Freitag auf ein entspanntes Schaulaufen in ihrer Lieblingsdisziplin des WM-Winters freuen kann, deutet sich bei den Herren für die letzten beiden Rennen ein echter Krimi an. Nachdem Svindal beim Sieg von Werner Heel (Italien) als Zweiter Österreichs Ski-Star Hermann Maier noch den Super-G-Weltcup entriss, will der Kombinations-Weltmeister auch seinen zweiten Gesamterfolg nach 2007. „Das war für dieses Jahr eigentlich noch gar nicht mein Ziel. Aber wenn man die Chance hat, den Gesamtweltcup zu gewinnen, muss man es versuchen“, sagte der 26-Jährige, der erst zum Saisonbeginn sein Comeback nach elfmonatiger Verletzungspause gegeben hatte.

Bei noch einem Riesenslalom an diesem Freitag und einem Slalom am Samstag führt Svindal nun mit 102 Punkten vor dem in den Technik- Disziplinen allerdings stärkeren Österreicher Benjamin Raich. Super- G-Weltmeister Didier Cuche (Schweiz) liegt als Dritter bereits 150 Zähler zurück. „Jetzt ist es eigentlich ein Zweikampf“, sagte Svindal. „Mein Plan ist, dass es nach dem Riesenslalom fix und fertig ist.“

Enttäuschend lief das Rennen für den als Führenden der Super-G- Wertung gestarteten vierfachen Gesamtweltcup-Sieger Maier. Der „Herminator“ blieb nach einem Fehler im oberen Teil der verkürzten Strecke als 17. ohne Punkte und verpasste damit seine 15. Kristallkugel. „Ich bin trotzdem zufrieden mit dieser Saison“, sagte der 36-Jährige und widersprach Gerüchten über ein Karriereende nach dieser Saison: „Die Tendenz ist sicherlich, weiterzumachen.“

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