Towerstars verlieren gegen kampfstarke Kaufbeurer

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 Auch im Liegen erfolgreich: Kaufbeurens Stürmer Sami Blomqvist (unten, mit Goldhelm) war am Sonntag gegen die Ravensburg Towers
Auch im Liegen erfolgreich: Kaufbeurens Stürmer Sami Blomqvist (unten, mit Goldhelm) war am Sonntag gegen die Ravensburg Towerstars (rechts Andreas Driendl) in Topform. (Foto: Felix Kästle)
Sportredakteur

Ravensburg Towerstars – ESV Kaufbeuren 3:6 (1:1, 1:4, 1:1)

Tore: 1:0 (1:02) Czarnik (Svoboda, Zucker), 1:1 (18:47) Blomqvist (Lewis, Stach), 1:2 (23:59) Gracel (Blomqvist, Lewis), 2:2 (24:53 Penalty) Czarnik, 2:3 (30:01 ÜZ) Lewis (Laaksonen, Gracel), 2:4 (37:51 ÜZ2) Blomqvist (Oppolzer, Stach), 2:5 (39:45 ÜZ) Laaksonen (Lewis, de Paly), 3:5 (51:32 ÜZ) Just (Sturm), 3:6 (56:33 empty net) Lewis (Blomqvist, Vajs).

Strafen: Ravensburg 20 Minuten + 10 (Dronia, Faustkampf), Kaufbeuren 20 Minuten + 10 (Latta, Faustkampf)

Zuschauer: 3418 (ausverkauft)

Serie: 2:1

Play-off-Halbfinale: Löwen Frankfurt – Dresdner Eislöwen 7:4 (3:3, 2:0, 2:1) – Serie: 3:0.

Die Ravensburg Towerstars haben die erste Niederlage in den diesjährigen Play-offs der Deutschen Eishockey-Liga 2 kassiert. Drei Tore in Unterzahl im zweiten Drittel besiegelten die 3:6-Niederlage gegen den ESV Kaufbeuren. Damit verkürzten die Allgäuer in der Serie auf 1:2. Am Dienstag geht es in Kaufbeuren weiter. „Kaufbeuren hat viel Charakter gezeigt“, lobte Towerstars-Trainer Rich Chernomaz. „Wir hatten die Chancen, wir haben sie nicht genutzt, Kaufbeuren schon.“

Die Towerstars legten am Sonntagabend in der CHG-Arena einen blitzsauberen Start hin. Im zweiten Wechsel gelang schon die Führung. Jakub Svoboda legte die Scheibe vor, Robbie Czarnik vollendete zum 1:0. Dann war aber zunächst Kaufbeuren dran. In Überzahl ließen die Gäste die Scheibe gut laufen, doch die Towerstars waren immer wieder aufmerksam und nahmen dann selbst wieder mehr Schwung auf. Zunächst waren aber die Gäste dran.

Wenn es in dieser Serie eine Garantie gibt, dann die, dass es mindestens einmal pro Partie einen Penalty gibt. Und, dass Ravensburgs Goalie Jonas Langmann diese Penalties abwehrt. Als am Sonntag Kaufbeurens Markus Lillich konterte und von Kilian Keller regelwidrig attackiert wurde, gab es Penalty. Sami Blomqvist, Branden Gracel und Lillich waren in den Spielen eins und zwei schon an Langmann gescheitert. Nun versuchte sich Alexander Thiel – der schoss den Puck allerdings rechts vorbei. Dass es zur Drittelpause dennoch 1:1 stand, hatte der ESV seinem Topstürmer Blomqvist zu verdanken. Beim Schuss verlor er zwar die Balance, dennoch brachte er den Abpraller im Liegen an Langmann vorbei zum 1:1.

Czarnik trifft per Penalty

Im zweiten Drittel hatte erst Olivier Hinse die dicke Chance für die Towerstars, ehe Kaufbeuren in Führung ging. Die Szene ähnelte der vom 1:1. Wieder bekamen die Towerstars den Puck vor dem eigenen Tor nicht weg, wieder setzte Kaufbeuren energisch nach und traf durch Branden Gracel zum 2:1. Dann konnte Florian Thomas den schnellen Czarnik nur mit einem Foul stoppen, und der Ravensburger zeigte, wie man Penalties schießt. Czarnik legte sich die Scheibe auf die Rückhand und überwand Goalie Stefan Vajs zum 2:2.

Jetzt wurde es wild – und jetzt machten die Specialteams den Unterschied. Das, was bislang die Stärke der Ravensburger in diesen Play-offs war, das wurde nun die Stärke der Kaufbeurer. Nach Svobodas Pfosten- und Sören Sturms Lattentreffer (Chernomaz: Da hätten wir treffen können.“) kam der ESVK in Überzahl, Jere Laaksonen passte sauber zu Joseph Lewis, der auf 3:2 erhöhte. In doppelter Unterzahl verteidigte Kaufbeuren stark, in doppelter Überzahl schlugen die Gäste zu. Blomqvist, natürlich, war zum 4:2 zur Stelle. Im einfachen Powerplay legte Philipp de Paly ab zu Lewis, seinen Schuss fälschte wohl Laaksonen ab, schon stand es 5:2. Das waren bittere Minuten für die Towerstars.

Der Frust entlud sich bei Pawel Dronia gegen Louis Latta – einigermaßen unnötig brachte sich Ravensburgs Verteidiger selbst lange auf die Strafbank und seine Mannschaft durch die Schlägerei wieder in Unterzahl. Doch dieses Mal brannte hinten nichts an. Im Powerplay gab es zwar einen Pfostenschuss von Mathieu Pompei. Mehr aber auch nicht.

Die Kaufbeurer mussten inzwischen auf Gracel verzichten. Der ESVK-Stürmer verletzte sich durch einen hohen Stock von Olivier Hinse. Doch auch diesen Ausfall steckte Kaufbeuren – wie schon so viele andere Ausfälle in dieser Saison – bemerkenswert gut weg. Vor allem in Unterzahl ackerten die Allgäuer ganz stark. Den Towerstars fehlte die letzte Präzision, bis sich Robin Just in der 52. Minute durchtankte und in Überzahl auf 3:5 verkürzte.

Kam jetzt das Comeback der Towerstars? Die Ravensburger versuchten alles. Thomas Supis traf die Oberkante der Latte, Mathieu Pompei kam nicht an Vajs vorbei. Die Towerstars drückten, doch die Kaufbeurer hielten mit allem dagegen, was noch im Tank war. Als Langmann in der 57. Minute vom Eis ging, traf Lewis zum 6:3. „Kompliment an meine Mannschaft“, sagte ESVK-Trainer Andreas Brockmann. „Dieser Sieg war enorm wichtig für uns.“

Ravensburg Towerstars – ESV Kaufbeuren 3:6 (1:1, 1:4, 1:1)

Tore: 1:0 (1:02) Czarnik (Svoboda, Zucker), 1:1 (18:47) Blomqvist (Lewis, Stach), 1:2 (23:59) Gracel (Blomqvist, Lewis), 2:2 (24:53 Penalty) Czarnik, 2:3 (30:01 ÜZ) Lewis (Laaksonen, Gracel), 2:4 (37:51 ÜZ2) Blomqvist (Oppolzer, Stach), 2:5 (39:45 ÜZ) Laaksonen (Lewis, de Paly), 3:5 (51:32 ÜZ) Just (Sturm), 3:6 (56:33 empty net) Lewis (Blomqvist, Vajs).

Strafen: Ravensburg 20 Minuten + 10 (Dronia, Faustkampf), Kaufbeuren 20 Minuten + 10 (Latta, Faustkampf)

Zuschauer: 3418 (ausverkauft)

Serie: 2:1

Play-off-Halbfinale: Löwen Frankfurt – Dresdner Eislöwen 7:4 (3:3, 2:0, 2:1) – Serie: 3:0.

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