Towerstars sind jetzt Tabellenführer

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 Robbie Czarnik (links, mit Olivier Hinse) war einer der Torschützen der Ravensburg Towerstars beim Sieg in Frankfurt.
Robbie Czarnik (links, mit Olivier Hinse) war einer der Torschützen der Ravensburg Towerstars beim Sieg in Frankfurt. (Foto: Jan Huebner)
Sportredakteur

Löwen Frankfurt – Ravensburg Towerstars 4:7 (2:3, 0:2, 2:2)

Tore: 0:1 (1:15) Pompei (Driendl, Sturm), 1:1 (4:42) Köhler (Faber, Spang), 1:2 (8:34 ÜZ) Zucker (Sturm, Just), 1:3 (9:46) Pawel Dronia (Pfaffengut, Schwamberger), 2:3 (19:32 ÜZ) Schüle (Mitchell, Faber), 2:4 (35:15 ÜZ) Pompei (Zucker, Pozivil), 2:5 (36:24 UZ) Czarnik (Supis, Hinse), 2:6 (42:34 ÜZ) Sturm (Just, Driendl), 3:6 (43:26) Pistilli (Tousignant, Koziol), 3:7 (53:13 empty net) Sturm (Just, Driendl), 4:7 (55:15 UZ) Koziol

Strafen: Frankfurt 26 Minuten + 25 (Tousignant, Check gegen den Kopf) + 10 (B. Breitkreuz, Faustkampf), Ravensburg 24 Minuten

Zuschauer: 4564

Starkes Auswärtsspiel der Ravensburg Towerstars. In der Deutschen Eishockey-Liga 2 siegten die Oberschwaben am Freitag bei den Löwen Frankfurt mit 7:4. Kurz vor Ende geriet Ravensburg zwar gehörig unter Druck, am Ende waren die drei Punkte und die Tabellenführung aber verdient.

Den Towerstars gelang ein Traumstart. Nach 75 Sekunden legte Andreas Driendl den Puck gefühlvoll in den Lauf von Mathieu Pompei, der zum 1:0 traf. Schon in der fünften Minute glich Frankfurt aus. Daniel Spang zog von der blauen Linie ab, Max Kolb wehrte ab, doch Mick Köhler reagierte schnell und setzte den Puck unhaltbar für Towerstars-Goalie Jonas Langmann in die Maschen.

Dronia-Hammer

Es war ein flottes Spiel in Frankfurt und erinnerte fast ein bisschen an das Spiel der Towerstars in Bad Nauheim. Den nächsten Akzent setzte Ravensburg. In Überzahl brachte Sören Sturm die Scheibe vors Frankfurter Tor, David Zucker drehte sich schnell und versenkte den Puck zum 2:1. Gut eine Minute später erhöhte der Ex-Frankfurter Pawel Dronia mit einem Hammer auf 3:1. Die Towerstars zeigten ein starkes Spiel nach vorne – Olivier Hinse hat aber weiter kein Schussglück. Bei einer Eins-gegen-eins-Situation scheiterte der Towerstars-Stürmer an Bastian Kucis.

Ilkka Pikkarainen tat dann, was ein Ilkka Pikkarainen eben tut: Er wehrte sich gegen einen Schubser von Spang. Nach Meinung der Schiedsrichter aber etwas zu viel. Während der Frankfurter für zwei Minuten auf die Strafbank musste, kassierte der Finne in Diensten der Towerstars zwei plus zwei Minuten. Die beste Überzahlmannschaft der Liga war damit in Überzahl. Und die beste Überzahlmannschaft der Liga schlug zu. Tim Schüle traf erst nur den Pfosten, beim zweiten Schuss des Frankfurter Verteidigers wurde Langmann die Sicht versperrt – 2:3.

Auch im zweiten Drittel war Ravensburg nach einer Strafe gegen Sören Sturm wieder in Unterzahl. Ravensburg spielte nun mit dem Feuer, denn schon in der 26. Minute musste Sturm erneut auf die Strafbank. Was folgte, war eine unglaubliche Druckphase der Löwen. Topscorer Matthew Pistilli schoss, Langmann wehrte ab und Carter Proft setzte den Nachschuss an den Pfosten. Der Ex-Towerstar Mathieu Tousignant hatte Langmann Sekunden später umkurvt, brachte die Scheibe aus spitzem Winkel aber nicht ins Tor.

Czarnik trifft in Unterzahl

Die Towerstars befreiten sich – etwas glücklich – aus der Umklammerung der Löwen. Dann schlugen sie eiskalt zu. In Überzahl legte David Zucker auf Pompei ab, der auf 4:2 erhöhte. Zwar machte sich Ravensburg das Leben durch eine unnötige Strafe gegen Daniel Pfaffengut (wegen unsportlichen Verhaltens) selbst schwer, doch die beste Unterzahlmannschaft der Liga konterte, Robbie Czarnik hatte vor dem Tor viel Platz und erzielte das 5:2. Eine noch höhere Führung wäre drin gewesen, doch in doppelter Überzahl wehrte Kucis einen Schuss von Driendl klasse mit dem Bein ab.

Klar war, dass Frankfurt mit Macht versuchen würde, im dritten Drittel zum schnellen Anschlusstreffer zu kommen. Doch Eduard Lewandowski hatte noch seine Strafe abzusitzen – und das nutzte Ravensburg zum 6:2 aus. Robin Just legte an der blauen Linie quer, Sturm zog ab und Kucis war zu langsam im Eck. Es war der vierte Treffer der Towerstars in Überzahl. Die schnelle Antwort von Pistilli zum 3:6 folgte aber, dazu die nächste Überzahl für die Löwen. Wieder wurden die Towerstars im eigenen Drittel eingeschnürt, doch Langmann zeigte sich in Topform.

Wilde Schlussphase

Frankfurt musste das Risiko erhöhen. Als in der 53. Minute auf beiden Seiten je ein Spieler auf der Strafbank saß, nahm Löwen-Trainer Matti Tiilikainen Goalie Kucis vom Eis. Doch das ging nach hinten los, Sturm traf ins leere Tor zum 7:3. Dazu kassierte Tousignant nach einem harten Check gegen den Kopf eine große Strafe. Frankfurt war fast fünf Minuten in Unterzahl. Es schien alles klar zu sein. Doch Langmann leistete sich einen fatalen Fehlpass, den Lukas Koziol zum 4:7 nutzte. Selbst bei einem Mann weniger drückten die Löwen, die Towerstars gerieten ins Schwimmen. Frankfurt kam noch mal in Überzahl, nahm wieder den Goalie vom Eis. Doch es reichte nicht mehr.

Löwen Frankfurt – Ravensburg Towerstars 4:7 (2:3, 0:2, 2:2)

Tore: 0:1 (1:15) Pompei (Driendl, Sturm), 1:1 (4:42) Köhler (Faber, Spang), 1:2 (8:34 ÜZ) Zucker (Sturm, Just), 1:3 (9:46) Pawel Dronia (Pfaffengut, Schwamberger), 2:3 (19:32 ÜZ) Schüle (Mitchell, Faber), 2:4 (35:15 ÜZ) Pompei (Zucker, Pozivil), 2:5 (36:24 UZ) Czarnik (Supis, Hinse), 2:6 (42:34 ÜZ) Sturm (Just, Driendl), 3:6 (43:26) Pistilli (Tousignant, Koziol), 3:7 (53:13 empty net) Sturm (Just, Driendl), 4:7 (55:15 UZ) Koziol

Strafen: Frankfurt 26 Minuten + 25 (Tousignant, Check gegen den Kopf) + 10 (B. Breitkreuz, Faustkampf), Ravensburg 24 Minuten

Zuschauer: 4564

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