Towerstars haben den Abwärtstrend gestoppt

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Andreas Driendl und die Ravensburg Towerstars treffen im Play-off-Viertelfinale auf den EC Bad Nauheim. (Foto: Florian Wolf)
Sportredakteur

Die Gemütslage der Ravensburg Towerstars darf nach dem Ende der Hauptrunde der DEL2-Saison 2018/19 eine ganz andere sein als in den zwei Jahren zuvor. Denn den Gang in die Pre-Play-offs haben sie klar vermieden. Als Tabellendritter haben sie ihr Saisonziel ganz stabil erreicht. Ein frühzeitiges Scheitern wie in den Vorjahren droht somit nicht. Dass die Hauptrunde mit der ersten Niederlage – nach zuvor drei Siegen – gegen den ESV Kaufbeuren endete, ist auch zu verschmerzen. Obwohl schon ein einzelner Punkt den Towerstars den zweiten Platz in der Abschlusstabelle beschert hätte, was einen Gegner von den Rängen sieben bis zehn zur Folge gehabt hätte. So geht es nach dem 2:3 in Kaufbeuren gegen den Tabellensechsten EC Bad Nauheim. Gegen die Hessen hat Ravensburg beide Heimspiele gewonnen und beide Auswärtsspiele verloren. „Sie haben eine gute Saison gespielt“, gab Towerstars-Coach Rich Chernomaz eine erste Einschätzung zum kommenden Gegner ab. Auch die Heimstärke der Nauheimer erwähnte er ausdrücklich.

Vor dem Blick auf die Play-offs, die sowieso noch fast zwei Wochen entfernt sind, beglückwünschten sich Chernomaz und ESV-Trainer Andreas Brockmann zur jeweiligen Saisonleistung. Chernomaz hob die kleine Siegesserie hervor, die Kaufbeuren zuletzt wieder hingelegt und sich damit sogar noch das Heimrecht im Viertelfinale gegen die Lausitzer Füchse gesichert hat. Brockmann bestätigte, das Kaufbeuren „keine einfache Zeit gehabt“ habe – und gab das Lob an Chernomaz zurück, der mit Ravensburg „vielleicht die talentierteste Mannschaft der Liga“ habe. Beide Trainer hatten zuvor zwei leidenschaftlich kämpfende, emotional aufgeladene Mannschaften vor begeisterter Kulisse gesehen – mit dem besseren Ende für Kaufbeuren, das weniger Fehler machte und offensiv etwas durchschlagender war. Es war einerseits ein interessanter Abschluss einer Towerstars-Hauptrunde mit vielen Höhen und deutlich weniger Tiefen, andererseits aber auch ein Fingerzeig für Chernomaz und seine Mannschaft, was auf sie in den kommenden Wochen zukommen dürfte.

Neun Spiele lang betreut Rich Chernomaz nun schon die Towerstars, nachdem ihn Ravensburg als Nachfolger des gefeuerten Jiri Ehrenberger holte. Zum Zeitpunkt der Entlassung Ehrenbergers stand Ravensburg auf Platz drei, mit klar negativer Tendenz. Chernomaz hat es immerhin geschafft, diesen Abwärtstrend zu stoppen. Von neun Partien haben die Towerstars unter ihm fünf gewonnen (eines davon in der Verlängerung, eines im Penaltyschießen), vier gingen verloren. Höhepunkt und Tiefpunkt der bisher kurzen Amtszeit lagen nah zusammen: Einem 3:1 gegen Tabellenführer Löwen Frankfurt folgte ein 3:4 gegen die Tölzer Löwen und ein 0:4 bei den Lausitzer Füchsen. Unterm Strich steht dennoch die Aussicht auf eine deutlich längere Saison als in den Vorjahren.

Nun bleiben fast zwei Wochen, um sich auf Bad Nauheim vorzubereiten. Erst am Mittwoch treffen sich die Towerstars wieder zum Training, bis dahin können alle mal zwei Tage durchschnaufen. Was Chernomaz dann von seiner Mannschaft verlangt, machte er schon kurz nach Spielende in Kaufbeuren klar: Biss, Leidenschaft, Zweikämpfe. „This is Play-offs.“ Die erste von maximal sieben Partien gegen Bad Nauheim findet am 15. März in Ravensburg statt.

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