Towerstars fegen Dresden vom Eis

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 Ein Pflichtspieldebüt zum Einrahmen: Tim Brunnhuber (links) schoss zwei Tore beim Sieg der Towerstars gegen Dresden.
Ein Pflichtspieldebüt zum Einrahmen: Tim Brunnhuber (links) schoss zwei Tore beim Sieg der Towerstars gegen Dresden. (Foto: Felix Kästle)
Sportredakteur

Was für ein Saisonstart für die Ravensburg Towerstars in der Deutschen Eishockey-Liga 2. Gegen die Dresdner Eislöwen legte Ravensburg am Freitag in der Eissporthalle einen überragenden Auftritt hin – und gewann verdient mit 8:1. Am Sonntag haben die Towerstars spielfrei. Es wird ein schönes Wochenende für die Profis. „Es war zwar nur ein Sieg am ersten Spieltag“, sagte Trainer Jiri Ehrenberger. „Aber er war sehr schön.“

Dresden geriet gleich in den ersten Sekunden gehörig unter Druck. Ravensburgs erste Reihe mit Kapitän Vincenz Mayer und den beiden neuen Ausländern Ilkka Pikkarainen und Robbie Czarnik legte furios los. Es war dann aber die zweite Reihe der Towerstars, die für die Führung sorgte. Mathieu Pompei war an der Scheibe, er zog ab, und plötzlich war die Scheibe drin. War Andreas Driendl noch dran? Oder ein Dresdner? Driendl jedenfalls bekam das 1:0 gutschrieben.

Pikkarainen mit gutem Debüt

Die Towerstars wollten im ersten Saisonspiel unbedingt die kleinen Fehler abstellen. Doch in der sechsten Minute verlor Thomas Supis die Scheibe hinter dem eigenen Tor unnötig gegen Harrison Reed, Christian Billich glich zum 1:1 aus. Nur 17 Sekunden später hatte Ravensburg seinen Fehler aber wieder wettgemacht. Klasse Pass von Mayer, Pikkarainen wackelt Dresdens Goalie Marco Eisenhut aus und trifft zum 2:1. Der Finne in Diensten der Towerstars flog kurz über Eisenhut drüber, rappelte sich aber schnell auf und lief dann zum Jubeln vor die Fans. Pikkarainen, ausgestattet mit jeder Menge Erfahrung in der schwedischen und finnischen ersten Liga sowie in der nordamerikanischen NHL, war von Beginn an präsent. An ihm können die Fans noch viel Freude haben.

Es war zwar nur ein Sieg am ersten Spieltag. Aber er war sehr schön.“

Towerstars-Coach Jiri Ehrenberger

 

Hinten manchmal etwas unsortiert, vorne dafür brandgefährlich – so zeigten sich die Eislöwen im ersten Drittel der neuen Saison. Und zu Beginn des zweiten Drittels. Goalie Eisenhut klärte die Scheibe hinter seinem Tor nicht konsequent genug. Robin Just schaltete schnell, passte vors Tor zu Driendl, der auf 3:1 erhöhte. Die Towerstars mussten sich ein wenig an die konsequente Regelauslegung der Schiedsrichter gewöhnen und gerieten mehrmals in Unterzahl. Etwa Mathieu Pompei, der den Stock beim Vorbeifahren am Gegenspieler zu hoch hatte und dafür zwei Minuten auf die Strafbank musste. In der 28. Minute wehrte Goalie Jonas Langmann den Schuss von Nick Huard klasse ab, ehe Ondrej Pozivil die Scheibe aus der Gefahrenzone brachte.

 Towerstars-Kapitän Vincenz Mayer hofft auf eine erfolgreiche Eishockeysaison in Ravensburg.
Towerstars-Kapitän Vincenz Mayer hofft auf eine erfolgreiche Eishockeysaison in Ravensburg. (Foto: Archiv: Kästle)

Die Towerstars machten ein richtig gutes Spiel, mit viel Einsatz und viel Tempo. Und Spielwitz. Tim Brunnhuber, der junge Ravensburger, ließ mit einer simplen, aber hocheffektiven Drehung vor dem Tor zwei Dresdner ins Leere laufen und zog den Puck dann rechts oben ins Tor zum 4:1 – ein klasse Tor. In Überzahl legte Just gut eine Minute später nach guter Vorarbeit von Driendl und Zucker das 5:1 nach. Jetzt war Ravensburg dominant. Daniel Pfaffengut war im Laufduell mit Jordan Heywood schneller, legte den Puck in die Mitte. Und wer war da zur Stelle? Tim Brunnhuber. Wieder rechts oben ins Tor – 6:1. Was für ein Pflichtspieldebüt in der DEL2 für den 19-Jährigen! „Die Tore hat er nicht zufällig geschossen“, lobte Ehrenberger.

Debakel für die Eislöwen

Die Eislöwen wurden im Mitteldrittel von Ravensburg in ihre Einzelteile zerlegt. Schon nach einer Minute im dritten Drittel war dann der Arbeitstag von Marco Eisenhut beendet. Der Goalie verließ nach Pompeis Treffer zum 7:1 entnervt das Dresdner Tor, für ihn kam Sebastian Stefaniszin. Für die Sachsen ging es vor 2680 Zuschauern in der Eissporthalle jetzt nur noch um Schadensbegrenzung. Es war am ersten Spieltag ein Debakel für Dresden, die Towerstars-Fans dagegen hatten ihren Spaß. Den Schlusspunkt setzte nach einem Konter von Driendl Pompei mit dem 8:1. „Wir müssen unsere Lehren daraus ziehen“, sagte Dresdens Trainer Jochen Mollig.

Ravensburg Towerstars – Dresdner Eislöwen 8:1 (2:1, 4:0, 2:0)

Tore: 1:0 (1:28) Andreas Driendl (Pompei, Just), 1:1 (5:13) Christian Billich (Knackstedt, Reed), 2:1 Ilkka Pikkarainen (Kolb, Mayer), 3:1 (21:49) Andreas Driendl (Just, Pompei), 4:1 (32:36) Tim Brunnhuber (Zucker, Keller), 5:1 (33:48 ÜZ) Robin Just (Driendl, Zucker), 6:1 (36:07) Tim Brunnhuber (Pfaffengut), 7:1 (41:08 ÜZ) Mathieu Pompei (Driendl, Dronia), 8:1 ((58:08) Mathieu Pompei (Driendl, Just)

Strafen: Ravensburg 14 Minuten, Dresden 18 Minuten + 10 (Krämer, unsportliches Verhalten)

Zuschauer: 2680

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