Towerstars entscheiden Halbfinalkrimi in zweiter Verlängerung

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 Kaum einen Zentimeter Eis haben sich die Ravensburg Towerstars (links David Zucker und Jakub Svoboda) und der ESV Kaufbeuren (G
Kaum einen Zentimeter Eis haben sich die Ravensburg Towerstars (links David Zucker und Jakub Svoboda) und der ESV Kaufbeuren (Goalie Stefan Vajs und Florian Thomas) gegönnt. (Foto: Florian Wolf)
Sportredakteur

Ravensburg Towerstars – ESV Kaufbeuren 2:1 n.V2 (0:0, 1:1, 0:0, 1:0)

Tore: 1:0 (23:35) Robin Just (Keller, Driendl), 1:1 (38:28) Markus Lillich (Stach), 2:1 (86:44) Mathieu Pompei (Just, Driendl)

Strafen: Ravensburg 11Minuten + 20 (Keller, Check gegen die Bande), Kaufbeuren 10 Minuten

Zuschauer: 3418 (ausverkauft)

Serie: 1:0

Play-off-Halbfinale: Löwen Frankfurt – Dresdner Eislöwen 4:1 (0:1, 2:0, 2:0) – Serie: 1:0

Das war ein hartes Stück Arbeit: Die Ravensburg Towerstars sind durch ein erkämpftes 2:1 in der zweiten Verlängerung gegen den ESV Kaufbeuren in der Play-off-Halbfinalserie in Führung gegangen. Ausschlaggebend war, dass die Towerstars in der Overtime den wesentlich frischeren Eindruck machten. Ein harter Check Kilian Kellers gegen Kaufbeurens Steven Billich, der mit der Trage vom Eis gebracht wurde, trübte die Stimmung bei der mit Spannung erwarteten Derbyschlacht allerdings.

Während Kaufbeuren erst am Sonntag durch einen Sieg in Spiel sieben gegen die Lausitzer Füchse das Halbfinale erreicht hatte, durfte sich Ravensburg wegen des glatten Weiterkommens gegen den EC Bad Nauheim eine Woche länger ausruhen. Von einem Fitnessunterschied war allerdings 60 Minuten lang nichts zu sehen.

Blomqvist und Svoboda treffen den Pfosten

Im ersten Drittel sahen die Zuschauer noch nicht die ganz große Halbfinalparty. Beide Mannschaften spielten kontrolliert, die Towerstars teilweise etwas zu kompliziert. Klare Torchancen hatten sie kaum. Es dauerte bis zur 13. Minute, ehe David Zucker Robbie Czarnik gut bediente, der aber aussichtsreich positioniert verzog. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Towerstars schon die erste Schrecksekunde hinter sich: Sami Blomqvist traf den Pfosten (10.). Und kurz nach der Czarnik-Chance gab es sogar Penalty für Kaufbeuren, den Goalie Jonas Langmann aber gegen Blomqvist parierte (14.). Philipp de Paly und Jonas Wolter hatten weitere gute Chancen für die Gäste. Bis zur besten Möglichkeit für Ravensburg dauerte es lange: Wenige Sekunden vor der Pausensirene traf Jakub Svoboda – in der ersten Überzahl des Spiels – den Pfosten.

Im zweiten Abschnitt kam richtig Derbystimmung auf. Das lag natürlich auch am 1:0 (24.) für die Towerstars. Kilian Keller schoss zuerst aus spitzem Winkel direkt auf Goalie Stefan Vajs, den Abpraller nahm Keller hinter dem Tor auf, kam auf der anderen Seite wieder raus, sah Robin Just – und der verwertete das Zuspiel zur Führung. Ravensburg hatte etwas mehr vom Spiel, doch Kaufbeuren gab keinen Millimeter nach und blieb gefährlich. Joseph Lewis traf den Pfosten (26.). Dann waren aber wieder die Towerstars dran, mit drei guten Chancen durch Czarnik, Maximilian Kolb und Just. Eine Unachtsamkeit in der Ravensburger Abwehr ließ Lubomir Stach kurz vor der Pause den freistehenden Markus Lillich anspielen, der Langmann problemlos zum 1:1 überwand.

Billich bleibt nach Check regungslos liegen

Quasi mit der Schlusssirene checkte Towerstars-Verteidiger Kilian Keller ESV-Stürmer Steven Billich völlig unnötig in die Bande. Billich blieb regungslos liegen, Keller wurde mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe unter die Dusche geschickt. Minutenlang kümmerten sich Sanitäter und die Mannschaftsärzte beider Teams um den sich zuerst nicht regenden Billich, bis er dann doch wieder die Finger bewegte. Mit der Trage wurde er vom Eis direkt in den Krankenwagen gebracht und in die Klinik gefahren – unter aufmunterndem Applaus von den Rängen.

Im Schlussdrittel spielten die Kaufbeurer cleverer. Ravensburg fand nun kaum mehr zu seinem Spiel. Und wieder sah sich Langmann einem Penalty gegenüber – wieder hielt er, dieses Mal gegen Branden Gracel (47.). Erst spät nahmen die Towerstars wieder den Schwung auf, den sie brauchen, um in Position zu kommen. Richtig zwingende Chancen waren aber kaum dabei. Nur Just war nach Pass von Pompei einem Treffer nahe, Vajs hielt aber glänzend (54.). Auch eine letzte Überzahl brachte nichts mehr ein, die Verlängerung musste entscheiden.

In der Overtime war Ravensburg mächtig am Drücker und produzierte eine gute Chance nach der anderen. Kaufbeuren befreite sich nur selten. Just, Zucker, Hinse und Driendl mit einem Gewaltschuss hatten allesamt den Siegtreffer für die Towerstars auf dem Schläger – ohne Erfolg. Der Druck auf das Vajs-Tor blieb hoch. Kaufbeuren hielt aber dicht. Und das bis zum Ende der ersten Verlängerung.

In der zweiten Overtime allerdings klingelte es im Kaufbeurer Tor: Mathieu Pompei mit einem Hammer erzielte das umjubelte 2:1 (87.) für Ravensburg zur Serienführung.

Ravensburg Towerstars – ESV Kaufbeuren 2:1 n.V2 (0:0, 1:1, 0:0, 1:0)

Tore: 1:0 (23:35) Robin Just (Keller, Driendl), 1:1 (38:28) Markus Lillich (Stach), 2:1 (86:44) Mathieu Pompei (Just, Driendl)

Strafen: Ravensburg 11Minuten + 20 (Keller, Check gegen die Bande), Kaufbeuren 10 Minuten

Zuschauer: 3418 (ausverkauft)

Serie: 1:0

Play-off-Halbfinale: Löwen Frankfurt – Dresdner Eislöwen 4:1 (0:1, 2:0, 2:0) – Serie: 1:0

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