Torfabrik Petric/Olic: HSV feiert 3:1 über Villa

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Deutsche Presse-Agentur

Die kroatische Torfabrik mit Mladen Petric und Ivica Olic hat dem Hamburger SV einen perfekten Jahresausklang beschert. Die Norddeutschen bezwangen im Gruppenfinale des UEFA-Cups mit einer 1a-Vorstellung die B-Mannschaft von Aston Villa mit 3:1 (2:0).

Petric in der 18. Minute mit einem sehenswerten Linksschuss und Olic mit einem Doppelpack (30./57.) erzielten die vielumjubelten Tore vor 49 121 Zuschauern in der HSH- Nordbank-Arena. „Ich denke, das ist kein Torphänomen. Wir sind einfach gut drauf und die Mannschaft arbeitet für uns“, meinte Petric. „Ich bin glücklich, dass sie da sind“, betonte Trainer Martin Jol an: „Jetzt können wir ein bisschen feiern.

Den Ehrentreffer für Villa, das nach einer Gelb-Roten Karte für Steve Sidwell in den letzten sieben Minuten in Unterzahl spielte, besorgte Nathan Delfouneso (83.). Durch den Sieg gegen den bis vor der Partie punktgleichen Premier-League-Vierten zog der HSV souverän als Erster der Gruppe F mit neun Punkten in die K.o.-Runde ein. Villa (6 Punkte) und Ajax Amsterdam (7), das nicht über ein 2:2 gegen Slavia Prag hinauskam, stehen ebenfalls in der nächsten UEFA-Pokal- phase. Der HSV-Gegner - der Drittplatzierte einer anderen Gruppe - wird am Freitag in Nyon ausgelost.

Verwöhnt hatten die Hamburger ihre Heimfans im laufenden Wettbewerb vor dem Gruppenfinale noch nicht. Weder ein Sieg noch Tore waren den Jol-Schützlingen (0:0 gegen Urziceni, 0:1 gegen Ajax) bislang gelungen. Gegen Villa, bei dem Coach Martin O'Neill angesichts fehlender Winterpause in der englischen Meisterschaft acht Positionen neu besetzte und den Großteil seines Stammpersonals schonte, kamen sie nach verhaltenem Beginn ohne Torgelegenheit mit jedem Treffer besser in Fahrt.

Die notwendige Starthilfe leistete Torjäger Petric. Einen Traum- Pass von Nationalspieler Piotr Trochowski nahm der 27-Jährige technisch versiert an und wuchtete den Ball mit links unhaltbar für Villa-Keeper Bradley Guzan ins Netz. Es war bereits Petrics fünfter UEFA-Cup- und 15. Pflichtspieltreffer in dieser Saison. Was der kann, kann ich auch, sagte sich Olic: Eine Flanke von Dennis Aogo von der linken Seite bugsierte der von Bayern München heiß umworbene Angreifer per Flugkopfball ins Tor. 26 der 38 Pflichtspieltore gingen damit im ersten Saisonhalbjahr des Bundesliga-Vierten auf das Konto der beiden Kroaten.

Fast wäre es dem von der rechten Seite aus wirbelnden Trochowski gelungen, für die höchst effizient spielenden Hamburger vor der Pause den dritten Treffer zu markieren. US-Keeper Guzan konnte den zu schwach geschossenen Ball aber parieren, chancenlos wäre er beim Lattenkracher Marcell Jansens Sekunden vor dem Pausenpfiff und auch kurz vor dem Ende gewesen.

Seinem Pendant im HSV-Kasten, Frank Rost, bot sich indes keine Gelegenheit, im ersten Spielabschnitt sein Können zu zeigen. Ein Schuss von Nigel Reo-Coker (11.) verfehlte ebenso das Ziel wie der Versuch von Craig Gardner (36.). Dafür war Rost mit seiner Rettungstat nach dem Seitenwechsel sogar Initiator des zweiten Olic- Treffers. Trotz Trikotzupfers ließ sich der Stürmer nicht aufhalten und traf zum 200. Europokal-Tor des HSV. Bei seiner Auswechslung in der 67. Minute wurde Olic von den Fans frenetisch in die Kabine verabschiedet. Und nicht wenige flehten den vor einem Wechsel nach München stehenden Torfabrikanten an: „Ivica, bleib hier.“ Und Coach Jol gab sich zuversichtlich, dass Olic zumindest in der zweiten Halbserie bei Hamburg bleibt: „Davon gehe ich aus.“

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