Tom Dumoulin will das Sky-Imperium angreifen

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Deutsche Presse-Agentur

Das vergangene Jahr ist für Liane Lippert aus Friedrichshafen extrem erfolgreich gewesen. Die 20-Jährige wurde im südhessischen Einhausen überraschend deutsche Meisterin im Straßenrennen. „Das ist der größte Erfolg meiner Laufbahn“, sagte sie im Sommer. Durch ihren Sieg in Einhausen darf Lippert in der kommenden Saison im deutschen Meistertrikot bei den Rennen starten. Neben der Deutschen hat Sunweb noch eine Landesmeisterin in seinen Reihen – die US-Amerikanerin Coryn Rivera. Dazu gewann Lippert, die ihre Rennradkarriere beim Radsportverein Seerose begann, die Belgien-Rundfahrt. Bei der Straßenrad-Weltmeisterschaft in Innsbruck wurde Lippert mit ihrer Sunweb-Mannschaft Dritte. (tk)

Im grellen Neonlicht der Berliner Szenelocation am Alexanderplatz waren alle Augen auf Tom Dumoulin gerichtet. Schließlich ist der niederländische Tour- und Giro-Zweite scheinbar der einzige Fahrer des Profiteams Sunweb, der es mit dem Sky-Imperium aktuell aufnehmen kann. Sportlich auf den Rampen in den Alpen und Pyrenäen sowieso, aber auch verbal scheut er nicht vor Attacken auf den umstrittenen Topstar Chris Froome. Die Sunweb-Fahrerinnen um die deutsche Meisterin Liane Lippert (siehe Kasten) standen da etwas im Schatten von Dumoulin.

„Das ist nicht das, was der Radsport braucht“, sagte Dumoulin bei der Präsentation des Sunweb-Radrennstalls zum fragwürdigen Salbutamol-Freispruch des Briten Froome vor dem Tour-Start 2018. „Das war ein großer Rückschlag. Keiner wusste warum. Auf einmal wurde Froome freigesprochen.“

Dumoulin, der in seiner Heimat nach seinem Giro-Triumph 2017 wie ein Popstar gefeiert wurde, ist ein kluger Kopf und weiß um das schwere Dopingerbe seiner Sportart. Der 28-Jährige ist – Froome hin oder her – überzeugt, dass der Radsport sauberer geworden ist. „Ich weiß, dass ich sauber bin und ich kann Rennen gewinnen, sogar große Rundfahrten. Sollten Fahrer etwas nehmen, dann nicht so, dass sie zehn Prozent besser sind“, betonte Dumoulin. Er weiß aber auch um das Image: „Die Frage ist, ob man mir glaubt. Ich kann keinen zwingen, mir zu glauben oder dass der Radsport glaubwürdig ist.“

Sein Teamchef Iwan Spekenbrink pflichtet ihm bei. Im Radsport seien Dinge grundsätzlich geändert worden. „Der Fußball und andere Sportarten machen einen Fehler. Wenn in anderen Sportarten gesagt wird ,Wir haben kein Problem’, dann ist es nicht professionell. Die Wirklichkeit ist anders“, sagte Spekenbrink.

Aufschwung fortsetzen

Sportlich wollen Sunweb und Dumoulin den Aufschwung fortsetzen. Beim Giro war „Beautiful Tom“, wie er in seiner Heimat gerufen wird, Zweiter hinter Froome, bei der Tour Zweiter hinter Geraint Thomas und bei der Zeitfahr-Weltmeisterschaft Zweiter hinter Rohan Dennis. Er sei im letzten Jahr „gewachsen“ und stärker gewesen als 2017, als er als erster Niederländer den Giro gewann. Die Italien-Rundfahrt ist auch diesmal sein Schwerpunkt, weil es bei der Tour mit Rücksicht auf die französischen Hoffnungsträger Romain Bardet und Thibaut Pinot kaum Zeitfahrkilometer gibt.

Trotzdem traut Spekenbrink seinem Kapitän den Tour-Sieg zu: „Wenn man Zweiter werden kann, kann man auch gewinnen.“ Für Dumoulin wäre ein Sieg in diesem Jahr aber eine Überraschung. Er würde es lieben, die Tour einmal zu gewinnen, aber auch ohne weiteren Ruhm sei er „eine glückliche Person“. In diesem Jahr muss sich der 28-Jährige noch einmal mit Sky auseinandersetzen. Ob es bei den übermächtigen Briten nach dem bevorstehenden Sponsor-Rückzug weitergeht, ist fraglich. „Das sind schlechte Nachrichten. Das zeigt, wie zerbrechlich der Radsport ist“, monierte Dumoulin.

Traum vom deutschen Podium

In der Zukunft soll einmal ein deutscher Fahrer im Sunweb-Trikot auf dem Podium stehen. „Das ist der Traum“, sagt Spekenbrink. Ob dieser Mister X Lennard Kämna sein wird, ist fraglich. Das Talent hat ein schweres Jahr mit vielen Krankheiten hinter sich. Kämna ist einer von fünf deutschen Fahrern im Team, nachdem prägnante Gesichter wie Marcel Kittel oder John Degenkolb weitergezogen sind. „In der Vergangenheit haben wir uns immer von Fahrern getrennt, aber wir sind immer besser geworden“, sagt Spekenbrink.

Das vergangene Jahr ist für Liane Lippert aus Friedrichshafen extrem erfolgreich gewesen. Die 20-Jährige wurde im südhessischen Einhausen überraschend deutsche Meisterin im Straßenrennen. „Das ist der größte Erfolg meiner Laufbahn“, sagte sie im Sommer. Durch ihren Sieg in Einhausen darf Lippert in der kommenden Saison im deutschen Meistertrikot bei den Rennen starten. Neben der Deutschen hat Sunweb noch eine Landesmeisterin in seinen Reihen – die US-Amerikanerin Coryn Rivera. Dazu gewann Lippert, die ihre Rennradkarriere beim Radsportverein Seerose begann, die Belgien-Rundfahrt. Bei der Straßenrad-Weltmeisterschaft in Innsbruck wurde Lippert mit ihrer Sunweb-Mannschaft Dritte. (tk)

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