Titelverteidiger Loch unbekümmert zur Rodel-WM

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Deutsche Presse-Agentur

Sein WM-Coup mit nur 18 Jahren galt sogar manchen Rodel-Experten als Eintagsfliege, seine zweite Weltmeisterschaft kann Felix Loch als anerkannter Spitzenmann ansteuern.

„Wir werden noch viel Freude an ihm haben. Er hat eine große Zukunft vor sich“, sagte der dreimalige Olympiasieger Georg Hackl, der große Dinge von seinem bayerischen Nachfolger hält. Selbst von einem doppelten Bänderriss in der Schulter ließ sich der Berchtesgadener in der schweren Saison nach dem WM-Sieg nicht bremsen und etablierte sich mit zuletzt vier Podesträngen in Serie ganz oben in der Weltspitze. Unbekümmertheit ist sein Markenzeichen - und so will der 19-Jährige auch in Lake Placid (USA) seine zweite WM angehen. „Mir macht es Spaß, hier zu fahren. Ich werde voll angreifen und mein Bestes geben.“

Wie aus dem Nichts war der unbekannte Nachwuchsfahrer bei der Heim-WM vor einem Jahr in Oberhof zum Sieg gerast - als jüngster Titelträger der Rodel-Geschichte. Und das Rodel-Märchen setzte sich fort: Unbeschwert ging der Youngster mit dem Rummel um seine Person um, behielt seine Lockerheit - und entschied Ende Oktober mit dem Gewinn seines ersten nationalen Titels auch das erste Kräftemessen im starken deutschen Männer-Team für sich. „Der Druck kommt nur von den Medien“, erklärte Loch sein Erfolgsrezept. „Ich mache mir keinen Druck und versuche, ganz normal zu fahren.“

Selbst das Verletzungspech konnte Loch nicht aus der Bahn werfen: Auf dem rasanten Olympia-Eiskanal im kanadischen Whistler stürzte der Senkrechtstarter schwer, wiederholt musste er danach sein Comeback verschieben. Als es Anfang Januar soweit war, fuhr er auf seiner Heimbahn am Königssee erstmals in seiner Karriere mit Platz drei auf einen Weltcup-Podestrang. Damit nicht genug: Ungeachtet seiner Startprobleme machte Loch danach drei zweite Plätze in Serie perfekt.

Im Alter von zwei Jahren kam Loch mit Vater Norbert aus Thüringen an den Königssee. „Aber ich fühle mich zu hundert Prozent als Bayer“, bemerkte Loch mit einem Lachen: „Das hört man ja auch.“ Dass sein Vater inzwischen zum Bundestrainer aufgestiegen ist, stört den Weltmeister-Sohn nicht. „Das passt schon. Ich kenne ihn ja ganz gut.“

„Vor einem Jahr ist er unbedarft zum Titel gerast. Nun der Gejagte zu sein, ist eine andere Qualität“, bemerkte Hackl zur Titelbürde für den 19-Jährigen. Doch davon will Loch nichts wissen: „Ich habe in Lake Placid wirklich nichts zu verlieren. Wenn ich Vierter oder Fünfter werde, wäre ich bei meiner zweiten WM zufrieden.“

Dass er im Geheimen mit mehr liebäugelt, beweist die präsente Erinnerung an seine verpatzte Generalprobe in Lake Placid: Kurz nach seinem WM-Sieg bei den Großen leistete er sich bei der Junioren-WM auf der Bahn einen Patzer und wurde Zweiter. „So ein Fehler passiert mir kein zweites Mal“, betonte Loch.

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