Titel, Tragik, Turbulenzen: die Bundesliga-Gründungsclubs

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Gründungsmitglieder
HSV-Spieler Uwe Seeler (l) vom HSV wird durch Kaiserslauterns Gerd Schneider am Torschuss gehindert. (Foto: Hainz-Jürgern Goettert / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Matthias Bossaller

16 Vereine starten 1963 in die erste Bundesliga-Saison. Als einziger Fußball-Club hat bislang der Hamburger SV im Oberhaus durchgehalten. Doch in dieser Spielzeit könnte es die Hanseaten erstmals erwischen. Wie ist es den 15 anderen Vereinen seit der Liga-Gründung ergangen?

1. FC KÖLN: Der erste Bundesliga-Meister hielt sich bis 1998 ohne Unterbrechung in Liga eins. Dann reihten sich Ab- und Aufstiege aneinander. Derzeit sieht es so aus, als ob den FC der sechste Abstieg ereilt. Den bislang letzten Titel feierte der Double-Gewinner von 1978 im Jahr 1983 mit dem Sieg im DFB-Pokal gegen den Stadtrivalen Fortuna. Prominente Spieler wie Toni Schumacher (heute Vizepräsident) und Lukas Podolski sind eng mit dem FC verbunden.

MEIDERICHER SV: So gut wie in der Premieren-Saison war der erste Vizemeister nie wieder. 1982 ereilte den Revierclub, der seit 1967 MSV Duisburg heißt, der erste Abstieg. Ab den 1990er Jahren ging es zwischen der Erst- und Drittklassigkeit hin und her. Derzeit kämpft der Zweitliga-Aufsteiger um den Klassenerhalt. Bekanntester Spieler: Bernard Dietz, Kapitän der Europameister von 1980.

EINTRACHT FRANKFURT: Die launische Diva vom Main feierte ihre größten Erfolge in den 1970er und 1980er Jahren. Tragisch war die verspielte Meisterschaft 1992 mit Stars wie Uwe Bein, Andreas Möller und Uli Stein. Mehr Glück hatte der UEFA-Cupsieger von 1980 beim Klassenerhalt 1998/99 in sprichwörtlich letzter Minute. Seit dem ersten Abstieg 1996 entwickelten sich die Hessen zu Pendlern zwischen Ober- und Unterhaus.

BORUSSIA DORTMUND: Der BVB spielte nach dem Abstieg vier Jahre lang in der 2. Bundesliga. Dramatisch war die Rettung in der Relegation 1986 gegen Fortuna Köln. Ab Mitte der 1990er Jahre gewann die Borussia fünf deutsche Meisterschaften und 1997 die Champions League mit Trainer Ottmar Hitzfeld und dem Lupfer-Tor von Lars Ricken. 2005 ereilte den seit 1999 börsennotierten Verein fast der Ruin.

VFB STUTTGART: Die Schwaben stiegen 1975 ab und 1977 wieder auf. Drei Meisterschaften folgten 1984, 1992 und 2007. Vor dem „Magischen Dreieck“ mit Krassimir Balakow, Fredi Bobic und Giovane Elber brachte der VfB schon in Hansi Müller einen der ersten Posterboys hervor. 2016 erwischte es den VfB nach 39 Jahren in der ersten Liga wieder.

TSV 1860 MÜNCHEN: Die Löwen feierten 1966 die Meisterschaft in der jungen Eliteliga. Ansonsten ist ihre Historie von Abstürzen bis in die Bayernliga, finanziellem Chaos und Führungsschwäche geprägt. In den 1990er Jahren prägten der bissige Trainer Werner Lorant und der selbstherrliche Präsident Karl-Heinz Wildmoser den Verein. Derzeit tingeln die stolzen Löwen durch die Regionalliga Bayern.

FC SCHALKE 04: Die Vier-Minuten-Meisterschaft der Schalker im Mai 2001 gehört zum Tragischsten, was die Liga-Historie zu bieten hat. Selbst Manager und Obermacho Rudi Assauer weinte bitterlich. Tränen waren auch beim ersten Bundesliga-Abstieg 1981 geflossen. Die heißblütigen Schalker Fans durften sich danach aber auch über drei von fünf Pokalsiegen (2001, 2002 und 2011) und den Triumph von 1997 im UEFA-Cup freuen.

1.FC NÜRNBERG: Von den neun Meisterschaften des „Club“ fiel nur eine in die Bundesligazeit: 1968. Ein Jahr später stiegen die Franken als Meister ab - bis heute einmalig in der Bundesliga-Geschichte. Rekordhalter ist der FCN mit acht Erstliga-Abstiegen und sieben -Aufstiegen. Nicht umsonst heißt es: „Der Glubb is a Depp.“

WERDER BREMEN: Die Hanseaten sind bis auf den Abstiegs-Ausrutscher von 1980 ein Muster an Beständigkeit. Trainer Otto Rehhagel etablierte den Meister von 1965 zu Beginn der 1980er Jahre in der Liga-Spitze. Es folgten noch drei weitere Meisterschaften und 1992 der Sieg im Europapokal der Pokalsieger. Die Zeiten als Dauergast in der Champions League sind allerdings länger vorbei.

EINTRACHT BRAUNSCHWEIG: Der Meister von 1967 verschwand 1985 für 28 Jahre aus der Bundesliga. Dem Aufstieg 2013 folgte ein nur einjähriges Intermezzo in der ersten Liga. Den Niedersachsen kommt die Vorreiterrolle für Trikotwerbung zu. Auch ein einjähriges Gastspiel des Weltmeisters Paul Breitner sorgte für Aufsehen.

1. FC KAISERSLAUTERN: Die Pfälzer gewannen als Aufsteiger 1998 sensationell den Titel. Zwei Jahre zuvor war der FCK, der die 54er-Weltmeister Fritz und Ottmar Walter, Horst Eckel, Werner Liebrich sowie Werner Kohlmeyer hervorgebracht hatte, nach 33 Jahren abgestiegen. Nun steht der finanziell angeschlagene Club vor dem Absturz in die 3. Liga.

KARLSRUHER SC: Die Badener hielten sich zunächst nur fünf Jahre in der Bundesliga. Jahre als Fahrstuhlmannschaft folgten. Eine erfolgreiche Ära erlebte der KSC von 1986 bis 1998 mit Trainer Winfried Schäfer. Als Wunder vom Wildpark ging 1993 der 7:0-Rückspielsieg im UEFA-Pokal gegen den FC Valencia nach einer 1:3-Hinspielniederlage ein. Vier Tore erzielte „Euro-Eddy“ Schmitt.

HERTHA BSC: Nur zwei Jahre nach der Bundesliga-Gründung musste die Hertha wegen unerlaubt hoher Gehälter und Handgelder zwangsabsteigen. 1971 war die „Alte Dame“ am Bundesliga-Bestechungsskandal beteiligt. Insgesamt musste der Hauptstadtclub sechs mal hinunter und fehlte somit 20 Jahre im deutschen Oberhaus.

PREUSSEN MÜNSTER: Schon nach einem Jahr stiegen die Preußen aus der Eliteliga ab und kamen nie wieder zurück. Selbst in die Viertklassigkeit ging es hinunter. Derzeit halten die Westfalen einen soliden Mittelfeldplatz in der 3. Liga.

1. FC SAARBRÜCKEN: Die Saarländer stiegen in der Premieren-Saison als Letzter ab. Der Club hielt sich fünf Spielzeiten in der ersten Liga auf - letztmalig 1992/1993. Ein Jahr zuvor hatte sich Herthas heutiger Manager Michael Preetz die Torjäger-Kanone der 2. Liga, Staffel Süd gesichert. Aktuell führt Saarbrücken souverän die Tabelle der Regionalliga Südwest an.

Wann stiegen die anderen Clubs ab: Bilder-Galerie auf bundesliga.de

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