Tim Brunnhuber holt sich Eiszeit

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 Tim Brunnhuber im Nationaltrikot auf Memminger Eis.
Tim Brunnhuber im Nationaltrikot auf Memminger Eis. (Foto: Florian Wolf)
Sportredakteur

Schon in der Nacht zu Donnerstag hatte Tim Brunnhuber der Alltag wieder. Nach drei Tagen mit dem „Top Team Peking“, einer auf Olympia fokussierten deutschen Eishockey-Perspektivmannschaft, fuhr der 20-Jährige bald nach Spielende in Bietigheim zurück nach Oberschwaben. Am Donnerstagvormittag stand schon wieder die nächste Eiseinheit mit den Ravensburg Towerstars auf dem Programm. Und viel wichtiger: Zuvor lernte Brunnhuber seinen neuen Trainer Rich Chernomaz kennen. Die Tage im Nationalmannschaftstrikot aber, die waren ihm natürlich immer noch präsent. „Es war ein tolles Gefühl“, sagte Brunnhuber über seine ersten beiden Länderspiele.

Als zweitjüngster Spieler in der U24/U25-Auswahl durfte sich der Zweitligaspieler Brunnhuber drei Tage lang unter der Regie des neuen Bundestrainers Toni Söderholm präsentieren. „Es macht einfach Spaß, sich mit diesen Jungs zu messen“, sagte Brunnhuber, der ausschließlich von Spielern umgegeben war, die bereits in der ersten Liga spielen.

Bei der mit dem Aufstieg gekrönten U20-WM in Füssen hatte Brunnhuber im Dezember aber so großen Eindruck auf den damaligen Co-Trainer Söderholm hinterlassen, dass dieser unter anderem ihn in das Perspektivteam berief. Eine große Ehre für einen, der in der vergangenen Saison noch Oberliga Süd bei den Lindau Islanders gespielt hat.

Daher verwundert es nicht, dass Brunnhuber einfach dankbar war, überhaupt am Montag nach Bietigheim fahren zu dürfen, wo das Pers-pektivteam sein Lager aufschlug. „Das war eine schöne Abwechslung“, freute sich Brunnhuber, der zuletzt mit den Towerstars mehr Spiele verloren als gewonnen hatte. Zudem bekam er dort nicht die Eiszeit, die er sich selbst vorstellte. Am Wochenende vor der Länderspielreise etwa saß er fast nur draußen.

Ehrenberger schaut seinem bisherigen Spieler zu

Unter Söderholm nun hatte er genug Zeit, sich zu zeigen. Und dann auch noch auf der geliebten Centerposition. Auch das war zuletzt in Ravensburg nicht immer der Fall gewesen. Das war aber vergessen, als er zum ersten Länderspiel das Memminger Eis betrat – vor 2550 Zuschauern, unter denen auch der gerade in Ravensburg entlassene Trainer Jiri Ehrenberger war. Beim 4:2 am Dienstagabend spielte Brunnhuber zwar überwiegend unauffällig, verlor die Mehrzahl seiner Bullys – zufrieden war er trotzdem. „Es ist gut gelaufen. Auch für mich persönlich war’s gut“, sagte Brunnhuber. Daran änderte auch die 2:5-Niederlage einen Abend später – wieder gegen die Schweiz – in Bietigheim nichts.

„Ich will hier weiter dabeibleiben“, blickte Brunnhuber voraus. Diese Chance, sich für Olympia in Peking 2022 zu präsentieren, will er weiter nutzen. Dass der Weg ein schwieriger ist, ist Brunnhuber klar: „Es ist alles viel schneller hier.“

Nun steht erst mal wieder der DEL2-Alltag in Ravensburg an. Mit den Towerstars will Brunnhuber am Ende der noch acht Spiele dauernden Hauptrunde mindestens unter den besten vier Mannschaften stehen, um Heimrecht im Play-off-Viertelfinale zu haben. „Ich will so viel Eiszeit wie möglich kriegen, um mich weiter zu verbessern“, machte Brunnhuber seine Ziele klar.

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