Teichmann feiert und denkt an die WM

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Bis in den frühen Montagmorgen feierte Axel Teichmann in einer Diskothek in Predazzo seinen dritten Platz bei der Tour de Ski der Langläufer.

Vergessen waren die Strapazen der vergangenen neun Tage, an denen sieben Etappen absolviert und rund 2000 Auto-Kilometer überstanden werden mussten. „Jetzt mache ich erst einmal Pause. Den Weltcup in Vancouver lasse ich aus, steige erst in Otepää wieder ein. Jetzt gilt meine ganze Vorbereitung der WM in Liberec“, sagte Teichmann.

Trotz Kinderkrankheiten auch bei der dritten Auflage gewinnt die Tour weiter an Konturen. Startort bis 2013 ist Oberhof, das sich bei seiner Premiere bestens präsentierte. Val di Fiemme und der Schlussanstieg nach Alpe Cermis bilden weiterhin das Tour-Finale. Dazwischen gibt es einige Alternativen. So wünscht sich Tour-Erfinder Jürg Capol beispielsweise einen zweiten deutschen Etappenort, der möglicherweise Oberstdorf oder Ruhpolding heißen könnte. „Oberstdorf wäre mit seinen Strecken prädestiniert, um einen Klassik-Sprint und eine Doppelverfolgung auszurichten“, sagte Capol. Auch Salzburg bewirbt sich für einen City-Sprint als Etappenort. „Wir haben verschiedene Optionen und legen im Mai fest, wo wir im nächsten Jahr sein werden. In jedem Fall beginnt die Tour erst am 1. Januar und endet am 10. Januar“, sagte Capol.

Verbesserungsbedarf gibt es im ergebnistechnischen Bereich und in der Arbeit der Jury. „Am Modus könnte man das eine oder andere verändern. So sind drei Klassik-Distanzrennen einfach zu viel. Dafür wäre vielleicht eine Doppelverfolgung mit Skiwechsel wieder eine Alternative“, sagte Bundestrainer Jochen Behle, der ansonsten nur noch an den weiten Fahrtwegen, besonders vom tschechischen Nove Mesto ins italienische Val di Fiemme, und den Startzeiten am späten Nachmittag etwas auszusetzen hatte. Die sind allerdings an die Fernsehübertragungen gebunden.

Etappen-Rennen als Alternative zu den normalen Langlauf-Weltcups findet Teichmann gut. „Ich denke, es ist wirklich eine Abwechslung. Man muss nur vorsichtig damit umgehen. Drei Etappen-Rennen in einer Saison wären sicherlich zu viel“, sagte der Thüringer, der sich besonders darüber gefreut hatte, dass diesmal wieder in Deutschland Tour-Etappen gelaufen werden konnten.

Mit drei Tagessiegen und einem zweiten Platz war Teichmann einer der dominierenden Läufer der dritten Tour-Auflage. Dass es nicht zum Gesamtsieg reichte, liegt am Format des Wettbewerbs. „Ich bin mit Platz drei mehr als zufrieden. Ob die Sache mit den vielen Bonussekunden für die Sprints fair ist, müssen andere beurteilen, das ist nicht meine Aufgabe als Sportler“, meinte der Bad Lobensteiner, der im Schlussanstieg gegen den furios laufenden Schweizer Dario Cologna keine Chance hatte.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen