Team-Event abgesagt - Felix nicht zu Exoten

Lesedauer: 6 Min
Deutsche Presse-Agentur

Ein Schneesturm brachte Maria Riesch & Co. um den Team-Wettbewerb, eine Verletzung Doppel-Weltmeisterin Lindsey Vonn um das nächste Medaillen-Projekt - und der Verzicht mehrerer Riesenslalom-Fahrer Felix Neureuther um den Umweg in der Qualifikation.

Nachdem der Team-Wettbewerb bei der Ski-WM im französischen Val d'Isère aufgrund orkanartiger Böen gestrichen werden musste, blies auch die 24-jährige Amerikanerin ihren nächsten Start ab. Wegen ihrer an einer Champagner-Flasche erlittenen Daumen- Verletzung und anschließender Operation kann Vonn beim Riesenslalom nicht starten und muss auch um einen Slalom-Einsatz bangen. Im Slalom will Maria Riesch endlich ihre ersehnte Medaille einfahren, im Riesentorlauf sieht die 24-Jährige für ihre Team-Gefährtinnen Kathrin Hölzl und Viktoria Rebensburg bessere Chancen. „Katy und Vicky sind sicher im Riesenslalom für ganz vordere Plätze gut“, sagte Riesch.

Nach drei geplatzten Medaillen-Hoffnungen in Super-G, Super- Kombination und Abfahrt bedauerte Maria Riesch die Absage des Team- Wettbewerbs. „Das ist schade, aber es ist vom Wetter schon brutal“, sagte die Partenkirchenerin, die mit dem deutschen Team im komplett gestrichenen Wettbewerb Mini-Möglichkeiten auf eine Medaille gehabt hätte. An ein Skirennen war nicht zu denken, stattdessen war in den frühen Morgenstunden allerorten der Lärm von Lawinensprengungen zu hören. Mit insgesamt 50 Kilogramm Sprengstoff wurde den Schneemassen zu Leibe gerückt.

Neureuther wurde um seinen ersten Start bei den Titelkämpfen gebracht und auch um eine erste WM-Fahrt auf der „Face de Bellevarde“, wo er zum Titelkampf-Abschluss um eine Medaille im Slalom kämpfen möchte. Die nächste Chance zum Hang-Test bietet sich am Freitag beim Riesenslalom, wozu der 24-Jährige überraschend nicht am Donnerstag in die Qualifikation muss und den Exoten aus Ghana, Indien oder Nepal aus dem Weg gehen kann. „So können wir gut trainieren“, sagte Trainer Mario Weinhandl. „Die Chance, bei der WM vorne reinzukommen, ist größer als bei einem Weltcup, wegen der besseren Startnummer“, sagte Neureuther, der mit der guten Nummer 33 Chancen auf den zweiten Durchgang hat, den er zuletzt zwölfmal verfehlte. Im Weltcup startet der 24-Jährige erst nach Nummer 60.

Der Deutsche Skiverband (DSV) setzt beim Riesenslalom der Damen vor allem auf die Fähigkeiten der zweimaligen Weltcup-Podestfahrerin Hölzl und Super-G-Junioren-Champ Rebensburg. Gut fahren können die beiden Riesentorlauf-Spezialistinnen ohne Zweifel, umgesetzt haben sie es in diesem Winter zu selten. In sechs Rennen gab es vier K.o.s für Rebensburg, Ende Januar ging die Formkurve mit Platz sieben in Cortina und dem damit gelösten WM-Ticket aber nach oben. 8, 23, 11, 3 und 28 lauten die nicht gerade hoffnungsfroh stimmenden Weltcup-Platzierungen bei Hölzl, die sich zudem eine Nullnummer leistete. „Eine Riesenslalom-Medaille ist schon eine Weile her, das wäre ganz toll“, sagte Riesch, die selbst ohne Druck in ihrer schwächsten Disziplin starten kann. Dort fehlt ihre Ski-Freundin Vonn wegen der in Innsbruck operierten Daumenverletzung. „Es tut noch ziemlich weh. Wir werden sehen, ob ich im Slalom starten kann“, sagte Vonn.

Nicht nur die deutsche Nummer 1 drückt der WM-Sechsten (Hölzl) und WM-Achten (Rebensburg) von 2007 die Daumen, auch beim Internationalen Skiverband FIS wäre ein deutsches Podest nach acht Jahren Erfolglosigkeit bei Weltmeisterschaften gerne gesehen. „Das wäre natürlich gut. Nicht nur für die WM 2011 in Garmisch, sondern generell für den Skisport. Denn Deutschland ist der Marktführer im Skisport“, sagte FIS-Präsident Gian Franco Kasper der dpa am Rande der WM und lobte die WM-Vorbereitungen in Deutschland. „Die Test- Events haben gezeigt, dass die Pisten auch sehr anspruchsvoll sind.“

Gleich nach der Absage des Team-Events packte der Ebinger Stephan Keppler seine Sachen und reiste ebenso wie die Oberstdorferin Gina Stechert von der für sie keinesfalls zufriedenstellenden WM ab. Da für die kommenden Tage weitere Schneefälle und kräftiger Wind erwartet werden, kann der Wettbewerb nicht nachgeholt werden. Sonst wäre auch die Pisten-Präparierung für die Technik-Wettbewerbe gefährdet gewesen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen