Tabellenführung steht auf dem Spiel: Towerstars verlieren Württemberg-Derby

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 Bietigheim (in der Mitte Willie Corrin) war vor dem Tor effektiver als Ravensburg.
Bietigheim (in der Mitte Willie Corrin) war vor dem Tor effektiver als Ravensburg. (Foto: Felix Kästle)
Sportredakteur

Zweimal schon hatten die Ravensburg Towerstars die Bietigheim Steelers in dieser DEL2-Saison bezwungen – am Freitagabend war gegen den amtierenden Meister erstmals nichts zu holen für die Mannschaft von Trainer Jiri Ehrenberger. Die Steelers gewannen verdient mit 4:2 (2:0, 2:1, 0:1). Durch den zeitgleichen Punktgewinn der Frankfurter Löwen in Bad Tölz steht für Ravensburg am Sonntag beim direkten Duell in Hessen die Tabellenführung auf dem Spiel; der Vorsprung, der zwischenzeitlich schon mal neun Punkte betrug, ist auf zwei Zähler zusammengeschrumpft.

Die Towerstars mussten am Freitag doch noch einmal auf ihren zuletzt verletzt fehlenden Stammgoalie Jonas Langmann verzichten – wegen einer Magen-Darm-Erkrankung. Für ihn stand wieder Michael Boehm zwischen den Pfosten, Jonas Waldherr saß als Ersatz auf der Bank.

Ich kann nichts Negatives finden. Trainer Jiri Ehrenberger

Der Tabellenführer begann in einem energiegeladenen Duell sehr druckvoll, doch das erste Tor erzielte Bietigheim. Frédérik Cabana kam von rechts allein auf Boehm zugefahren, der Towerstars-Goalie machte die kurze Ecke leicht auf – genau in diese Lücke traf Cabana zum 1:0 (7.). Als Sören Sturm in der Kühlbox saß, schlugen die Bietigheimer wieder zu: Benjamin Zientek staubte im Slot zum 0:2 (11.) ab. Die beste Chance auf den Anschlusstreffer vergaben Robbie Czarnik und Jakub Svobodakurz hintereinander bei zwei Mann Überzahl. Auch wenn nach 20 Minuten ein Towerstars-Tor fehlte: Die Zuschauer sahen ein DEL2-Spiel auf hohem Niveau.

Durch Shawn Wellers 0:3 (22., wieder war Ravensburg in Unterzahl, weil Andreas Driendl draußen saß) sah es schon früh nach einer Niederlage für die Towerstars aus. Immerhin sendeten sie zur Mitte des Spiels ein Lebenszeichen, als David Zucker nach Pass von Andreas Driendl auf 1:3 (29.) verkürzte. Der Treffer war der Startschuss zur besten Phase der Ravensburger, die allerdings auch eine Überzahlsituation nicht zu einem weiteren Tor nutzen konnten. Die Steelers machten es besser und erhöhten durch René Schoofs auf 1:4 (37.).

Sieben erfolglose Powerplays

Im Schlussdrittel wirkten die Towerstars zwar bemüht, doch es blieb lange bei halbgefährlichen Schüssen. Steelers-Goalie Ilka Sharipov hatte oft wenig Mühe, einen weiteren Treffer zu verhindern. Ein wenig Hoffnung in der CHG-Arena schürte Daniel Schwamberger mit zweiten Treffer (54.) nach Pass von Verteidiger Maximilian Kolb, dessen Vertragsverlängerung am Abend bekanntgegeben wurde. Mehr war nicht drin an diesem Abend gegen den Meister. Auch, weil Sören Sturm durch eine späte Strafzeit die Ravensburger Schlussoffensive schwächte.

Towerstars-Coach Jiri Ehrenberger machte seiner Mannschaft trotz der Niederlage wenige Vorwürfe: „Ich kann nichts Negatives finden.“ Die sieben erfolglosen Powerplay-Situationen empfand er aber als entscheidend: „Wir hatten zwar die eine oder andere Chance. Aber effektiver war Bietigheim. Da waren wir heute nicht erfolgreich.“

Bietigheims Hugo Boisvert: Das hat mir sehr gefallen, wie die Jungs aus der Kabine gekommen sind. Wir waren bissig von Anfang an.“ Den entscheidenden Unterschied im Spiel machte er in der Powerplay-Effektivität aus. „Man sieht, wie wichtig die Specialteams sind. Zwei Überzahltore zu schießen, war unglaublich wichtig. Vor allem auswärts. So müssen wir auch am Sonntag zu Hause gegen Bad Nauheim spielen.“

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