Svindal holt bei Comeback Kristall - Neureuther 6.

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Deutsche Presse-Agentur

Schon vor seinem Start beim entscheidenden Slalom der Saison konnte sich der Norweger Aksel Lund Svindal vor Gratulanten kaum retten.

Vor dem Fernseher sah der 26-Jährige das Ausscheiden seines österreichischen Konkurrenten Benjamin Raich, der mit Nummer 1 ins Rennen gegangen war, und stand wie schon 2007 als Gewinner der Großen Kristallkugel im alpinen Ski-Weltcup fest. „Ich habe zwar keinen Champagner getrunken, aber es ist schon komisch, wenn dir die Leute am Start gratulieren. Man ist noch nicht gefahren und trotzdem Sieger“, sagte der dreimalige Weltmeister, der nach fast einer Saison Verletzungspause eines der bemerkenswertesten Comebacks der Ski-Geschichte hinlegte. Der Tagessieg ging im schwedischen Are an Mario Matt (Österreich). Felix Neureuther (Partenkirchen) schloss die Saison als Sechster des letzten Einzel-Rennens ab.

Jean-Baptiste Grange (Frankreich) holte sich die kleine Kugel im Slalom, die Finnin Tanja Poutiainen die Trophäe im Riesentorlauf. Beim Erfolg der Slowenin Tina Maze reichte der Skandinavierin dazu ein zweiter Platz. Das deutsche Trio mit Maria Riesch (Partenkirchen), Viktoria Rebensburg (Kreuth) und Kathrin Hölzl (Bischofswiesen) verpasste die Top-Ten. Als Beste der drei fuhr Junioren-Weltmeisterin Rebensburg auf den zwölften Platz. „Ich bin zufrieden mit meinem zweiten Lauf. Das war ein versöhnlicher Abschluss der Saison“, sagte Junioren-Weltmeisterin Rebensburg, die von Rang 17 mit Laufbestzeit noch vorfuhr. Riesch holte als 13. noch Punkte, Weltmeisterin Hölzl schloss die Saison auf dem 14. Platz ab.

Bei den Damen schied die mit klarem Vorsprung in der Gesamtwertung siegende Lindsey Vonn (USA) im ersten Durchgang des Riesenslaloms aus, bei den Herren schaffte es nach Raich auch Svindal bei seiner Ehrenrunde nicht ins Ziel. Nach nur sechs Sekunden war Schluss. Doch das war nicht mehr wichtig, denn die Kugel war ihm ja schon beim Anschieben aus dem Starthaus gewiss. „Man brauchte in dieser Saison nicht so viele Punkte, um den Gesamtweltcup zu gewinnen. Aber es war sicherlich nicht einfacher“, befand der Norweger. Weniger Punkte als die 1009 Zähler hatte kein Gewinner zuvor am Saisonende auf seinem Konto, zudem war der Vorsprung von zwei Zählern auf Raich der knappste in der Weltcup-Geschichte. Die bislang engste Entscheidung hatte es 2007 gegeben, als sich Svindal mit 13 Zählern den Titel sicherte. Zweiter damals: Benjamin Raich.

Dass Svindal zum zweiten Mal die wichtigste Trophäe im Skirennsport holte, daran war im November 2007 nicht zu denken. Der mittlerweile dreimalige Weltmeister war vor rund anderthalb Jahren beim Abfahrtstraining in Beaver Creek so schwer gestürzt, dass er fast eine ganze Saison ausgefallen war. „Nach meiner schweren Verletzung hätte ich nicht mit dem Gesamtweltcup gerechnet“, gestand der Kumpel von Felix Neureuther. Dieser muss sich im nächsten Winter auf einen neuen Chef einstellen.

Am Rande des Finales bestätigte der Deutsche Skiverband erstmals, dass er mit einem neuen Herren-Cheftrainer in die Olympia-Saison starten wird. „Wir werden in den nächsten zwei Wochen entscheiden, wer der neue Herren-Cheftrainer wird“, sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier in der ARD. Der bisherige Coach Christian Scholz war nach einem schweren Unfall in der Saison-Vorbereitung im WM-Winter ausgefallen und hat immer noch mit den Folgen zu kämpfen. „Im Augenblick ist nicht daran zu denken, dass er als Herren-Cheftrainer nächstes Jahr wieder bei uns am Hang steht“, so Maier.

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