Stuttgarts Gegner Zenit steht vor Neubeginn

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Auch die Gazprom-Millionen können den Ausverkauf bei Zenit St. Petersburg nicht verhindern, am Traum von der Titelverteidigung hält der UEFA-Cup-Sieger von 2008 dennoch fest.

„Der Verlust von Leistungsträgern ist immer der Preis des Erfolgs“, meinte Zenit-Coach Dick Advocaat, dessen Team in der Runde der letzten 32 den Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart empfängt. Stürmerstar Andrej Arschawin wurde schon in der Winterpause zum FC Arsenal nach London transferiert, Kapitän Anatoli Timoschtschuk wechselt spätestens im Sommer zu Bayern München. Auch Nationalspieler Pavel Pogrebnjak zieht es wohl fort, die Blackburn Rovers haben Interesse bekundet.

Der Niederländer Advocaat aber will sich vom Wechseltheater und dem Aus in der Champions League nicht beirren lassen. Die Partien gegen Stuttgart sollen die Basis für die nächste Erfolgsgeschichte des Vereins aus Russlands zweitgrößter Stadt legen. „Nun will ich den UEFA-Cup-Titel verteidigen. Wer glaubt, die russische Meisterschaft hat dieses Jahr für uns Vorrang, irrt“, sagte der Trainer. Auf Europas kleinere Fußball-Bühne rutschte der Lieblingsclub von Kreml- Chef Dmitri Medwedew, der aus St. Petersburg stammt, durch den dritten Platz in der Vorrunde der Königsklasse. Die Gruppengegner Juventus Turin und Real Madrid erwiesen sich als zu stark für Russlands Meister von 2007.

Im vergangenen Jahr begeisterte der Verein, der 1925 im damaligen Leningrad als Betriebsmannschaft der örtlichen „Stalin“-Metallwerke gegründet wurde, mit Angriffsfußball ganz Europa. Im UEFA-Cup fegte Zenit, das dem Energieriesen Gazprom gehört, Bayer Leverkusen (4:1, 0:1) und Bayern München (1:1, 4:0) vom Feld. „Nichts dem Zufall überlassen“, lautet die Devise von Advocaat, der in der Saison 2004/2005 ein eher missglücktes Intermezzo bei Borussia Mönchengladbach erlebte. Auch diesmal schickte er seinen tschechischen Assistenten Vladimir Borovicka zur Analyse des VfB nach Deutschland.

Mittelfeld-Star Timoschtschuk, den sich die Bayern eine Ablöse von elf Millionen Euro kosten lassen, sieht seine Mannschaft gegen die Schwaben „mit Chancen“ und hat beste Erinnerungen an Stuttgart. Der Ukrainer gewann vor gut drei Jahren im UEFA-Cup mit seinem damaligen Verein Schachtjor Donezk beim VfB 2:0. Einen der Torschützen, den Rumänen Ciprian Marica, sieht er am Mittwoch wieder - im Trikot des Gegners. „Wir sind befreundet, aber nicht nur deswegen wird das Spiel interessant“, befand Timoschtschuk. Er hält Zenit trotz Arschawins Abgang für stärker als beim UEFA-Pokal-Sieg 2008. „Wir haben jetzt alle mehr Erfahrung.“

Allerdings fehlt den Russen Spielpraxis. Erst im März beginnt die neue Saison, bis zum Wochenende bereitete Advocaat seine Schützlinge im Trainingslager in der Türkei vor. Positiv fiel dabei der als Ersatz für Arschawin verpflichtete Szabolcs Huszti auf. Der Ungar kam Ende Januar von Hannover 96 und spielte sich prompt in die Stammelf. Die Generalprobe aber misslang Zenit. Gegen den russischen Fußball- Zwerg Chimki reichte es nur zu einem 1:1.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen