Sturz kostet Greis Podestplatz - Wilhelm 5.

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Deutsche Presse-Agentur

Ein Sturz, ein Stockbruch - und schon war die Hoffnung von Michael Greis auf den zweiten Podestplatz des Winters geplatz.

Bei dem Missgeschick einen Kilometer vor dem Ziel des Verfolgungsrennens beim Biathlon-Weltcup in Antholz blieb der dreimaligen Olympiasieger aus Nesselwang im Tiefschnee mit der Skispitze hängen und stürzte spektakulär. Bis dahin war er nach großer Aufholjagd bis auf Rang drei nach vorn gestürmt. Im Ziel reichte es für Greis mit 44,4 Sekunden Rückstand zum sechsten Platz.

„Mehr als ärgerlich, denn das ist mir im Vorjahr in Antholz schon Mal passiert. Nach dem Sturz wurde die Muskulatur fest. Da bin ich nur noch ins Ziel gestolpert. Doch ich bin gutes Mutes für den Massenstart am Sonntag“, meinte Greis, der vor zwei Jahren im Südtiroler Biathlon-Mekka den WM-Titel im Massenstart gewonnen hatte.

Zuvor hatten die deutschen Biathletinnen bei Sonnenschein erst zum dritten Mal in diesem Winter die Podestplätze verfehlt. Für Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) langte es nach großem Kampf im zehn Kilometer langen Verfolgungsrennen nach Zielfoto-Entscheid zum 5. Platz. Weltmeisterin Andrea Henkel (Großbreitenbach) stürmte als Sechste ins Ziel. Magdalena Neuner (Wallgau) als Zehnte und Martina Beck (Mittenwald) einen Rang dahinter komplettierten das gute mannschaftliche Resultat. Michael Rösch (Altenberg) verbesserte sich vom Startplatz 28 nach dem Sprint um 18 Plätze und wurde Zehnter. Sogar um 24 Positionen nach vorn auf Rang 21 im Ziel kämpfte sich der Oberhofer Alexander Wolf.

Die Tagessiege gingen überraschend an die 25 Jahre alte Anna Bulygina und wie im Vorjahr an den Schweden Björn Ferry. Die russische Weltcup-Newcomerin landete den ersten Weltcup-Sieg ihrer Laufbahn. In 32:49,8 Minuten einschließlich zwei Strafrunden behauptete sie sich mit 2,3 Sekunden vor der lange führenden Finnin Kaisa Mäkäräinen und der zeitgleichen weißrussischen Tagesdritten Darya Domratschewa. Ferry benötigte für die 12,5 Kilometer mit viermaligem Schießen 33:19,4 Minuten und gewann vor dem Überraschungs-Zweiten Simon Eder (Österreich/+17,6 Sekunden) und Weltcup-Spitzenreiter Emil Hegle Svendsen (Norwegen/+24,7).

Kati Wilhelm war trotz ihres großen Rennens im Zwiespalt zwischen Ärger und Zufriedenheit. „Der Fehler beim letzten Schuss war schon ärgerlich. Ich hätte länger nachhalten müssen“, sagte die Thüringerin. „Doch mit dem spannenden Rennen, das es so in diesem Winter noch nicht gegeben hat, haben wir den Zuschauern doch einiges geboten“, ergänzte sie schmunzelnd. Wilhelm war fast gleichauf mit der späteren Siegerin in die Schlussrunde gestürmt. „Bulygina hat's dann noch nach ganz vorn geschafft. Das zeigt, dass ich läuferisch noch nicht ganz da bin, wo ich bis zur WM hin will“, bemerkte sie.

Noch härter als Wilhelm erwischte es Magdalena Neuner. Nach den beiden Liegend-Anschlägen führte sie - angetrieben von den 18 000 Zuschauern in der Südtirol-Arena - das Feld an. Doch dann verfehlte sie fünf der zehn Scheiben bei den letzten beiden Schieß-Einlagen und kam von der Siegesstraße ab. „Gut begonnen, stark abgebaut“, scherzte Neuner. „Weshalb ich die fünf Fahrkarten geschossen habe, weiß ich aber auch nicht“, sagte die 21 Jahre alte sechsmalige Weltmeisterin.

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