Studie: Doping-Test auf Testosteron nicht geeignet

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Deutsche Presse-Agentur

Der aktuelle Doping-Test auf Testosteron ist nach einer im „British Journal of Sports and Medicine“ veröffentlichten Studie für die Anwendung nicht geeignet.

Die vom Fußball-Weltverband FIFA im Doping-Labor Lausanne in Auftrag gegebene und veröffentlichte Untersuchung belegt, dass das Testosteron-Level bei 171 Spielern aus sechs verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich ist. Danach produzieren Akteure aus Lateinamerika mit einem Testosteron-/Epitestosteron-Quotienten von 5,8 am meisten von diesem Steroidhormon. Bei Asiaten liegt der Wert bei nur 3,8. Der Grenzwert der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) wurde bei 4,1 festgelegt.

„Die Resultate zeigen, dass ein eindeutiger Grenzwert als Beweis für einen Missbrauch von Testosteron nicht angewendet werden kann“, heißt es in der Studie. Deshalb sollte diese Nachweismethode für Doping durch einen biologischen Pass abgelöst werden, in dem das individuelle Steroidprofil des Athleten dokumentiert wird. Prominentester Testosteron-Sünder ist der Radprofi Floyd Landis, bei dem bei der Tour de France 2006 ein Testosteron-/Epitestosteron- Quotient von 11,1 festgestellt wurde. Dem US-Athleten wurde daraufhin der Gesamtsieg aberkannt.

„Das ist alles schon bekannt. Wir wissen schon lange, dass verschiedene Typen von Menschen unterschiedliche Mengen an Testosteron produzieren“, sagte Wilfried Schänzer, Leiter des Kölner Doping-Analyselabors. Mit der sogenannten Isotopen-Technik könne man aber dennoch feststellen, ob körperfremdes Testosteron zur Manipulation der Leistungsfähigkeit zugeführt worden ist. „Die Strategie wird aber wohl sein, den biologischen Pass einzuführen“, sagte Schänzer.

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