Start der Schalker Wagner-Ära ohne Applaus

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Trainingsauftakt
Der neue Schalke-Trainer David Wagner leitete sein erstes Training in Gelsenkirchen. (Foto: Bernd Thissen / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Carsten Lappe

Die Begrüßung der Fans fiel kühl aus. Als der neue Chefcoach David Wagner erstmals das Training des FC Schalke 04 leitete, gab es keinen Jubel und keinen Applaus wie sonst oft beim Start in eine Saisonvorbereitung.

Auch der frühere Schalker Fußball-Profi muss sich wie das gesamte Team erst neues Vertrauen des Anhangs erarbeiten. „Wir haben einiges zu tun im Detail. Das wird sicher länger als die sechs Wochen in der Vorbereitung dauern“, sagte der 47 Jahre alte frühere Coach des Premier-League-Absteigers Huddersfield Town, der den deutschen Vizemeister 2018 nach dem Fast-Abstieg in der Vorsaison wieder nach vorne führen soll.

Dafür benötigt Wagner vor allen auch noch ein paar neue Spieler. Wunschstürmer Benito Raman von Fortuna Düsseldorf trainierte bei der ersten fast zweistündigen Einheit der Saison ebenso wenig mit wie zwölf weitere Schalker Profis. „Ich weiß nicht, was sich jetzt während des Trainings getan hat, aber vor dem Training war er noch Spieler der Fortuna“, sagte Wagner nach der Einheit über Raman.

Laut Medienberichten ist Schalke inzwischen bereit, mehr als zwölf Millionen Euro für den 24 Jahre alten Belgier zu bezahlen. Dafür könnte Bernard Tekpetey im Gegenzug nach Düsseldorf wechseln. Der Ghanaer fehlte am Montag ebenfalls wie Cedric Teuchert, der bereits beim Zweitligisten Hannover 96 mittrainierte. Da einige andere Spieler noch für ihre Nationalteams im Einsatz sind oder jetzt erst in Urlaub gehen wie die deutschen U21-Nationalspieler Alexander Nübel und Suat Serdar, musste Wagner seinen Kader zum Trainingsstart mit drei Spielern aus der zweiten Mannschaft auffüllen.

Mit dabei war dagegen Abwehrspieler Ozan Kabak, den Schalke für 15 Millionen Euro vom Absteiger VfB Stuttgart verpflichtet hatte. „Er ist sicher eines der größten Abwehrtalente Europas in seinem Alter. Zudem ist er ein sehr, sehr intelligenter junger Mann“, lobte Wagner den 19-Jährigen, nach der Einheit, die nach exakt einer Stunde und 45 Minuten beendet wurde.

Wagner selbst gab zu, dass sein erster Arbeitstag nach seiner Rückkehr zu dem Club, mit dem er 1997 den UEFA-Pokal gewonnen hatte, „nicht so emotional“ gewesen sei. „Heute ging es nur um die Truppe“, meinte der 47-Jährige, befand aber doch: „Cool, wieder da zu sein.“

Die Mannschaft dürfte sich bis zum ersten Saisonspiel Mitte August bei Borussia Mönchengladbach, spätestens aber bis zum Ende der Transferfrist Anfang September noch deutlich verändern. Bislang jedenfalls gab es den notwendigen Umbruch nach der katastrophalen Vorsaison beim Tabellen-14. vor allem neben dem Platz. Nahezu die komplette Führungsebene mit Sportvorstand Jochen Schneider, Kaderplaner Michael Reschke, Sascha Riether als Koordinator der Lizenzspielerabteilung und dem Trainerteam ist neu.

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