Starke Kiriasis gewinnt Bob-Weltcup und EM-Titel

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Deutsche Presse-Agentur

Sandra Kiriasis jubelte schon 232 Meter vor dem Ziel. In der „Martineau-Corner“, die sie endlich fehlerfrei passierte, freute sich die Bob-Olympiasiegerin und Weltmeisterin über ihren vierten EM-Titel in Serie.

Die Winterbergerin gewann mit Anschieberin Berit Wiacker den parallel dazu ausgetragenen Weltcup in 2:17,40 Minuten und 96/100 Sekunden Vorsprung vor Cathleen Martini/Janine Tischer (Oberbärenburg). Dritte wurde die Britin Nicola Minichiello.

Claudia Schramm aus Oberhof kam mit Anschieberin Nicole Herschmann als Weltcup-Siebte in der EM-Wertung auf Rang vier. Die nach dem ersten Durchgang auf Rang zwei liegende Kanadierin Kallie Humphries stürzte im Finallauf im „horse shoe“ des 19 Kurven umfassenden Eislabyrinths, das immer Ende November aus 5000 Kubikmeter Schnee und 4000 Kubikmeter Wasser in nur drei Wochen gebaut wird. Da sich die Länge der Strecke bei jedem Bahnbau minimal verändert, werden keine Bahnrekorde, sondern nur Saisonrekorde geführt.

Eine Bestzeit stellte Kiriasis mit einer blitzsauberen Fuhre im zweiten Durchgang in 1:08,20 Minuten auf. „Endlich mal keine Bande in der `Marineau-Corner`, da habe ich schon im Bob gejubelt“, sagte die Winterbergerin nach ihrem dritten Saisonsieg. Wie schwierig die älteste Bobbahn der Welt im Schweizer Oberengadin ist, zeigte der Sturz der bis dahin zweitplatzierten Kanadierinnen.

Auch der Bob Russland II stürzte in diesem Abschnitt. „Sie wollten wohl ein paar Meter einsparen und wählten die Flattervariante im „horse shoe“ e. Doch in dieser Kurve kann man keine Experimente machen“, meinte die EM- und Weltcup-Zweite Martini über die berühmte Herausforderung, die 1955 mit Natursteinen verstärkt wurde, um dem Druck der immer schneller werdenden Bobs standzuhalten.

Martini selbst, die mit der in St. Moritz ungünstigen Startnummer eins ins Rennen musste, zeigte im zweiten Durchgang ebenfalls ihre Künste an den Lenkseilen und fing die Britinnen noch ab. „Am frühen Morgen liegt noch genug Reif auf der Bahn und dies stoppt natürlich. André Lange hatte dies beim Auftakt am Donnerstag selbst erlebt. Doch im zweiten Lauf lief es dann bestens“, meinte Martini. Hohe Startnummern bedeuten in St. Moritz anders als bei den Kunsteisbahnen einen Vorteil, da sich bei Sonnenschein ein leichter Wasserfilm auf der Natureispiste bildet und diese immer schneller wird.

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