Stabhochspringer Ecker gewinnt Hallen-Titel

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Deutsche Presse-Agentur

Die Stabhochsprung-Routiniers um Danny Ecker und Tim Lobinger haben sich in Leipzig mit den „jungen Wilden“ einen packenden Kampf um die Tickets für die Hallen-Europameisterschaften geliefert.

Mit einem Kraftakt über 5,80 Meter im dritten Versuch bezwang der WM-Dritte Ecker den 25 Jahre alten Alexander Straub von der LG Filstal sowie seinen Leverkusener Vereinskollegen Malte Mohr (22). Er kann nun in zwei Wochen seinen Titel in Turin verteidigen. Ex-Hallen-Weltmeister Lobinger schaffte bei den nationalen Titelkämpfen mit 5,70 Meter zwar erstmals die EM-Norm. Der 36-Jährige Münchner musste sich aber mit Platz vier begnügen und kann sich nun wohl auf seine Vorbereitung auf die Freiluft-WM im August in Berlin konzentrieren.

„Es gibt so viele junge Springer, die uns Druck machen. Das macht den Wettkampf aber unheimlich spannend“, meinte Routinier Ecker. „Ich freu' mich wahnsinnig, dass ich das erste Mal mitfahre“, meinte Straub, der im vergangenen Jahr bester „Stabi“ im Lande war, aber die Olympia-Qualifikation verpasst hatte. Der Führende der Bestenliste, Tobias Scherbarth aus Leverkusen, stürzte vor 3000 Zuschauern ab. Der 21-Jährige scheiterte dreimal an 5,60 Meter. Dabei war er in diesem Winter bereits 5,76 gesprungen. Auch für den Olympia-Achten und Junioren-Weltmeister Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) ging es nur auf 5,50 Meter hinaus. Der 19-Jährige steckt allerdings mitten in Abiturprüfungen.

Die Sprinttitel sicherten sich die favorisierte Verena Sailer und überraschend Stefan Schwab. Die Mannheimerin Sailer gewann über die 60 Meter sicher in 7,25 Sekunden. Bei den Männern rannte der Schwarzenbeker Schwab in 6,59 Sekunden allen davon - auch dem Titelverteidiger Tobias Unger (Kornwestheim-Ludwigsburg), der als Fünfter mit unerwarteter Verspätung ins Ziel kam. Der derzeit beste Deutsche auf dieser Distanz, Christian Blum (Fürth/München), hatte verletzt absagen müssen.

Auf den derzeit dritten Platz in der Welt segelte Weitspringer Sebastian Bayer aus Bremen mit beachtlichen 8,13 Meter. Im Dreisprung der Frauen siegte Katja Demut vom TuS Jena überlegen mit 14,06 Meter, der zweitbesten Weite einer Deutschen überhaupt in der Halle hinter Petra Lobinger (Leverkusen/14,36). Kugelstoßer Ralf Bartels stand an seinem 31. Geburtstag ganz oben auf dem Treppchen. Mit 20,08 Meter setzte sich der Freiluft-Europameister aus Neubrandenburg an die Spitze. Titelverteidiger und Lokalmatador Peter Sack hatte die Saison aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen. Mit 19,63 Meter knackte der Sindelfinger Marco Schmidt als Zweiter erstmals die Norm für Turin.

Mit einer Schweigeminute gedachten die Leichtathleten in der Arena Leipzig des verstorbenen Mittelstreckenläufers René Herms. Auf der Videowand liefen noch einmal Bilder aus der Karriere des sechsmaligen deutschen Meisters, der am 9. Januar in Lohmen bei Pirna im Alter von 26 Jahren an den Folgen einer durch Viren ausgelösten Herzmuskelentzündung gestorben war. Vor zwei Jahren hatte Herms in der gleichen Halle noch den Titel über 800 Meter gewonnen.

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