Stürmische Zeiten auf Schalke - Neue Bewährung für Tedesco?

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Huub Stevens
Kehrt Huub Stevens als Schalke-Trainer zurück. (Foto: Ina Fassbender / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Holger Schmidt

Der neue Sportvorstand Jochen Schneider vertraut im Abstiegskampf mit dem abgestürzten Vizemeister FC Schalke 04 offenbar auf Trainer Domenico Tedesco.

Nach Informationen von Sky Sport News HD soll Tedesco im Spiel am 8. März in Bremen auf der Bank sitzen und damit eine weitere Bewährungschance erhalten. Schneider soll sich demnach beim Treffen mit dem Aufsichtsrat am Montag in einem Düsseldorfer Hotel gegen eine Entlassung des Trainers ausgesprochen haben.

Sollte Schneider dies bei seiner Vorstellung am Dienstag bestätigen, wäre die Baustelle Trainer aber noch nicht endgültig geschlossen. Tedesco würde wohl auch das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League bei Manchester City und das Heimspiel gegen RB Leipzig bekommen, dann müssten sie auf Schalke die Situation neu bewerten. Der stürmische Wind, der am Montag rund um die Gelsenkirchener Arena wehte, hatte jedenfalls durchaus Symbolcharakter.

Die Diskussionen um Tedescos Zukunft dürften schon am Montag hitzig gewesen sein, denn laut Medienberichten weiß der Erfolgstrainer der vergangenen Saison keineswegs das gesamte Gremium mehr hinter sich. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung sollen die Schalke-Bosse schon über Notpläne bis zum Saisonende diskutiert haben. So könnten die ehemaligen Cheftrainer Mike Büskens oder Huub Stevens als Interimscoach einspringen. Stevens, der mit Schalke 1997 den UEFA-Cup gewann, sitzt derzeit im Aufsichtsrat. Sollte Tedesco die Kurve nicht nachhaltig kriegen, könnten diese Gedankenspiele neu belebt werden.

Ex-Trainer und Schalke-Mitglied Peter Neururer bewertet Tedescos Arbeit derweil kritisch. „Ich fordere keine Trainerentlassung, weil ich seine Arbeit nur von außen beurteilen kann“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur: „Aber die Mannschaft ist total overcoacht. Sie ist nicht im Stande, Dinge zu klären, weil alles nach Vorgabe gelöst werden muss.“

Er sehe bei der aktuellen Mannschaft „keine Strukturen und keine zweite Lösung“, sagte Neururer: „Quasi alle Spieler sind in dieser Saison schlechter geworden.“ Bedenklich seien auch Tedescos Aussagen vor und nach dem 0:4 am Samstag gegen Düsseldorf: „Das klang wie: Ich gebe auf. Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll.“ Insgesamt sei Schalke die „größte Enttäuschung in der Bundesliga seit 20 Jahren“.

Auch für Rekordnationalspieler und Sky-Experte Lothar Matthäus scheint eine Tedesco-Entlassung unausweichlich. „Der Zeitpunkt ist nicht optimal. Mit den Spielen in Bremen, in Manchester und gegen Leipzig stehen drei Hammer-Aufgaben an, da kann sich ein neuer Trainer schnell verbrennen“, sagte Matthäus der dpa: „Dennoch gehe ich davon aus, dass in Bremen ein Neuer auf der Bank sitzt. Man muss einen Neuanfang wagen, um Frieden und Ruhe reinzubringen.“

Sollte der Trainer trotz eines Vertrages bis 2022 entlassen werden, ginge er mit Stil und erhobenen Hauptes. Dass der 33-Jährige sich nach dem Spiel den Fans stellte, rang sogar den erfahrensten Kollegen Respekt ab. „Was Domenico Tedesco da gemacht hat, würde ich nie machen“, sagte Düsseldorfs Friedhelm Funkel (65) im „Doppelpass“ bei Sport1. Neururer erklärte: „Davor ziehe ich den Hut. Sich in so einer Situation den Fans zu stellen, dazu gehört Mut.“ Und auch die Schalke-Ikone Klaus Fischer merkte bei Sport1 anerkennend an: „Viele Trainer wären nach so einem Spiel abgehauen und gar nicht dahin gegangen. Da hat er Größe gezeigt.“

Aufsichtsrat des FC Schalke 04

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