Sprungkünstler Joubert vor drittem EM-Titel

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Deutsche Presse-Agentur

Mit einem kleinen Sprungfestival hat der ehemalige Weltmeister Brian Joubert seinen dritten Titel bei Eiskunstlauf-Europameisterschaften ins Visier genommen.

Der Franzose brillierte mit einer Kombination aus Vierfach-Dreifach-Toeloop in der Kurzkür in Helsinki und ließ mit 86,90 Punkten Titelverteidiger Tomas Verner aus Tschechien (81,45) und Samuel Contesti aus Italien (75,95) hinter sich. In Abwesenheit des EM-Dritten von 2005, Stefan Lindemann, haben dessen beiden Berliner Trainingskollegen Peter Liebers und Clemens Brummer auf den Rängen 14 und 22 das Kürfinale der besten 24 Läufer erreicht.

Liebers ging in der Hartwall Arena der finnischen Hauptstadt zu zögerlich an die Sprünge heran und touchierte bei der Kombination aus dreifach-Lutz/dreifach-Toeloop das Eis. Den Axel sprang er nur doppelt. „Es war genau wie bei den deutschen Titelkämpfen, ich habe zu lange gezögert“, sagte der deutsche Meister selbstkritisch. Dennoch bekam er vom Preisgericht immerhin 62,19 Zähler. „Das sind elf Punkte mehr als letztes Jahr. Man kennt mich sicherlich ein bisschen, auch durch die guten Grand Prix, die ich gelaufen bin“, sagte Liebers, der in der Kür nun auf Angriff laufen will.

„Die anderen müssen ihre Kür auch erstmal laufen“, meinte er frech. Als Glücksbringer hatte einen Pullover von Vater Mario dabei, dem mehrmaligen DDR-Vizemeister, der das gute Stück 1977 bei der EM in Helsinki geschenkt bekommen hatte. „Meine Eltern sind auch zur Unterstützung hier“, freute sich der 20 Jahre alte Soldat.

Der 22-jährige Brummer, der seine Stärken im Ausdruck und der Choreographie hat, stürzte beim dreifachen Rittberger. Weil er den Axel ohnehin nur doppelt kann, fiel die Benotung mit 53,47 Punkten entsprechend mager aus. „Ich habe versucht, locker zu bleiben“, haderte der Student, „aber es hat nicht geklappt. Ich dachte, dass ich die Aufregung im Griff habe.“

Trainerin Viola Striegler ärgerte sich über die Nervosität ihrer Läufer, die in der Vorbereitung so ehrgeizig gewesen seien. „Sie waren fast überkonzentriert, total fleißig“, meinte die Berlinerin. „Sie haben sich bei ihrer zweiten EM einfach zu hohe Ziele gesetzt, besonders Peter.“ Liebers will unbedingt Zwölfter werden, um das einzige Ticket zur Weltmeisterschaft im März nach Los Angeles zu ergattern. Wenn beide die Vorgabe der Deutschen Eislauf-Union (DEU) verfehlen sollten, gibt es ein Ausscheidungslaufen gegen Lindemann, der bei den nationalen Titelkämpfen erkrankt war.

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