Spiegelburg holt mit Stab-Rekord EM-Silber

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Deutsche Presse-Agentur

Die Stabhochspringerinnen Silke Spiegelburg und Anna Battke haben einen Tag nach dem Triumph der Kugelstoßerinnen Petra Lammert und Denise Hinrichs ebenfalls Medaillen im Doppelpack für die deutschen Leichtathleten geholt.

Dabei krönte die Leverkusenerin Spiegelburg ihre Silbermedaille bei den Hallen-Europameisterschaften in Turin mit dem deutschen Rekord von 4,75 Meter. „Ich hab' eine Gänsehaut am ganzen Körper und bin einfach nur glücklich und platt“, meinte sie freudestrahlend. Die Mainzerin Battke holte mit zehn Zentimeter weniger Bronze. Zu einem Europarekord sprintete der frühere Dopingsünder Dwain Chambers: Bereits im Halbfinale rannte der Brite 6,42 Sekunden über 60 Meter.

Chambers blieb im Oval Lingotto unter den 6,45 Sekunden des Franzosen Ronald Pognon vom 13. Februar 2005 in Karlsruhe. Nur drei Hundertstel fehlen ihm noch zum elf Jahre alten Hallen- Weltrekord von Maurice Greene aus den USA. „Das perfekte Rennen gibt's nie. Was noch drin ist, werden wir morgen sehen“, sagte der Titelfavorit.

Zwei Wochen nach ihrem deutschen Rekord von 4,71 Meter in Leipzig konnte sich die 22-jährige Spiegelburg noch einmal steigern und stieß nach ihrem Riesensatz einen Freudenschrei aus. An den 4,80 Meter scheiterte sie nur knapp. Battke war trotz des dritten Platzes nicht ganz zufrieden: „Zweimal bin ich durchgelaufen, einmal habe ich den Sprung abgebrochen.“ Gold ging an die Russin Julia Golubtschikowa, die in Abwesenheit von Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa (beide Russland) mit 4,75 siegte.

Hingegen sind in Stabartist Danny Ecker und Hochspringer Raul Spank zwei Mitfavoriten des 38-köpfigen DLV-Teams abgestürzt. Der Olympia-Fünfte Spank floppte als Siebter mit enttäuschenden 2,25 Metern. „Irgendetwas in meinem Bewegungsablauf war falsch“, meinte der Berliner. Den Titel gewann der Russe Iwan Uchow mit 2,32.

Titelverteidiger Ecker flog in der Stabhochsprung-Qualifikation raus. „Ich sehe das mal als Generalprobe für die WM in Berlin, die musste natürlich schiefgehen“, meinte der Leverkusener ironisch. Ecker kam als Neunter nur auf 5,65 Meter und blieb 15 Zentimeter hinter seiner Saisonbestleistung zurück. „Ich bin natürlich sehr enttäuscht. Ich habe vom ersten Versuch an keinen Rhythmus gefunden“, erklärte der 31-Jährige. Der deutsche Vizemeister Alexander Straub von der LG Filstal steht hingegen im Finale.

Im Gegensatz zu Ecker überstand Hochsprung-Hoffnung Ariane Friedrich die Ausscheidung mit nur einem Satz von 1,89 Meter souverän. Die Frankfurterin lag nach ihrer „Kurzarbeit“ unter anderem mit Weltmeisterin Blanka Vlasic an der Spitze der 15 Teilnehmerinnen. „Es war ein schöner Wettkampf“, sagte Friedrich, die gemeinsam mit der Kroatin mit 2,05 Metern die diesjährige Weltbestenliste anführt. Die Olympia-Siebte hatte nach ihrer Halsentzündung in der vergangenen Woche mit einigen Vitaminspritzen fit gemacht werden müssen.

Im Kugelstoßen hätte es am Vormittag beinahe ein Unglück gegeben: Der Kroate Nedzad Mulabegovic stieß das Wurfgerät am Fangnetz vorbei und verfehlte nur knapp eine Kampfrichterin. Neben sich stand zunächst auch Freiluft-Europameister Ralf Bartels (Neubrandenburg), der sich nach indiskutablen 18,80 Metern und einem ungültigen Versuch erst mit 19,94 Metern im letzten Durchgang auf Platz eins vorschob.

Die 3000 Zuschauer feierten am zweiten Wettkampf-Tag Fabrizio Donato und das erste Gold für Italien: Der Dreispringer legte erst vier ungültige Versuche hin und segelte dann auf die Weltjahresbestzeit und den Landesrekord von 17,59 Meter hinaus.

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