Spiegelburg holt mit Stab-Rekord EM-Silber

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Deutsche Presse-Agentur

Die Stabhochspringerinnen Silke Spiegelburg und Anna Battke haben einen Tag nach dem Triumph der Kugelstoßerinnen Petra Lammert und Denise Hinrichs ebenfalls Medaillen im Doppelpack für die deutschen Leichtathleten geholt.

Dabei krönte die Leverkusenerin Spiegelburg ihre Silbermedaille bei den Hallen-Europameisterschaften in Turin mit dem deutschen Rekord von 4,75 Meter. Die Mainzerin Battke holte mit persönlicher Bestleistung von 4,65 Bronze. Gold ging an die Russin Julia Golubtschikowa, die in Abwesenheit von Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa (beide Russland) mit 4,75 siegte. Hingegen sind mit den Höhenjägern Raul Spank (Hoch) und Danny Ecker (Stabhoch) zwei Mitfavoriten des 38-köpfigen DLV- Teams abgestürzt.

Zwei Wochen nach ihrem deutschen Rekord von 4,71 Meter in Leipzig konnte sich die 22-jährige Spiegelburg noch einmal steigern und stieß nach ihrem Riesensatz einen Freudenschrei aus. Hingegen floppte der Olympia-Fünfte Spank im Hochsprung als Siebter mit enttäuschenden 2,25 Meter. „Irgend etwas in meinem Bewegungsablauf war falsch“, meinte der Berliner. Den Titel gewann der Russe Iwan Uchow mit 2,32.

Titelverteidiger Ecker flog in der Stabhochsprung-Qualifikation raus. „Ich sehe das mal als Generalprobe für die WM in Berlin, die musste natürlich schiefgehen“, meinte der Leverkusener ironisch. Ecker kam im Oval Lingotto als Neunter nur auf 5,65 Meter und blieb 15 Zentimeter hinter seiner Saisonbestleistung zurück. „Ich bin natürlich sehr enttäuscht. Ich habe vom ersten Versuch an keinen Rhythmus gefunden“, erklärte der 31-Jährige. Sein Clubkollege Malte Mohr zahlte bei seinem internationalen Debüt Lehrgeld und schied als Zehnter aus. Der deutsche Vizemeister Alexander Straub von der LG Filstal kam mit 5,70 Meter hingegen weiter.

Die 3000 Zuschauer im Oval Lingotto feierten am zweiten Wettkampf-Tag Fabrizio Donato und das erste Gold für Italien: Der Dreispringer legte erst vier ungültige Versuche hin und segelte dann auf die Weltjahresbestzeit und den Landesrekord von 17,59 Meter hinaus. Der britische Sprinter Dwain verbesserte in Turin den Hallen-Europarekord über 60 Meter. Der frühere Dopingsünder gewann seinen Halbfinal-Lauf in 6,42 Sekunden und blieb damit unter den 6,45 Sekunden des Franzosen Ronald Pognon vom 13. Februar 2005 in Karlsruhe. Chambers fehlten nur drei Hundertstel zum elf Jahre alten Hallen-Weltrekord von Maurice Greene aus den USA. „Das perfekte Rennen gibt es nie, was noch drin ist, werden wir morgen sehen“, sagte der große Titelfavorit.

Im Gegensatz zu Ecker überstand Hochsprung-Hoffnung Ariane Friedrich die Ausscheidung mit nur einem Satz von 1,89 Meter souverän. Die Frankfurterin lag nach ihrer „Kurzarbeit“ unter anderen mit Weltmeisterin Blanka Vlasic an der Spitze der 15 Teilnehmerinnen. „Es war ein schöner Wettkampf“, sagte Friedrich, die gemeinsam mit der Kroatin mit 2,05 Metern die diesjährige Weltbestenliste anführt. Die Olympia-Siebte hatte nach ihrer Halsentzündung in der vergangenen Woche mit einigen Vitaminspritzen fit gemacht werden müssen.

Im Kugelstoßen hätte es am Vormittag beinahe ein Unglück gegeben: Der Kroate Nedzad Mulabegovic stieß das Wurfgerät am Fangnetz vorbei und verfehlte nur knapp eine Kampfrichterin, die sich erschrocken die Haare raufte. Neben sich stand zunächst auch Freiluft-Europameister Ralf Bartels (Neubrandenburg), der nach indiskutablen 18,80 Metern und einem ungültigen Versuch sich erst mit 19,94 Meter im letzten Durchgang auf Platz eins vorschob.

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