„Spiegel“: Manipulation bei zehn THW-Spielen

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Deutsche Presse-Agentur

In der angeblichen Manipulationsaffäre beim deutschen Handball-Meister THW Kiel sind neue Details bekanntgeworden. Wie „Der Spiegel“ in seiner neuesten Ausgabe berichtet, sollen bei mindestens zehn THW-Spielen in der Champions League Schiedsrichter bestochen worden sein.

Zudem soll der ehemalige Kieler Trainer Zvonimir Serdarusic bei einem früheren Treffen mit Vertretern des Liga-Konkurrenten Rhein-Neckar Löwen Belege und Kontoauszüge aus der Zeit vor dem Champions-League-Finale 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt präsentiert haben. Die Rede ist von 96 000 Euro, die für das Finale gezahlt worden sein sollen. Das habe der Beiratsvorsitzende der Rhein-Neckar Löwen, Dieter Matheis, dem „Spiegel“ in einem schriftlichen Statement bestätigt.

Auch THW-Manager Uwe Schwenker soll bei einem Treffen mit einem der Löwen-Gesellschafter Bestechungen eingeräumt haben, berichtet der „Spiegel“. Der Manager, der sich mit dem THW Kiel in Ciudad Real/Spanien zum letzten Champions-League-Hauptrundenspiel aufhielt, dementierte die Vorwürfe erneut. „Wir haben keine Spiele manipuliert“, sagte Schwenker der Deutschen Presse-Agentur dpa. Zu den Angaben im „Spiegel“ meinte Schwenker: „Das ist nichts Neues.“

Die Informationen des Hamburger Nachrichtenmagazins beruhen auf einem Beschluss der Gesellschafter der Rhein-Neckar Löwen vom 17. Februar zur überraschenden Vertragsauflösung mit Serdarusic, der eigentlich im Sommer Trainer in Mannheim werden sollte. Serdarusic soll in früheren Gesprächen erklärt haben, „von diversen Bestechungsversuchen und vollzogenen Bestechungen“ zu wissen und „teilweise mitgewirkt“ zu haben, heißt es. So soll er Mittelsmänner genannt haben, über die Schiedsrichter angesprochen worden seien.

Dem widerspricht jedoch eine Erklärung des Trainers an das Bundesliga-Präsidium (HBL) drei Tage zuvor. Darin hatte Serdarusic mitgeteilt: „Ich habe weder selbst an einer Spielmanipulation teilgenommen, noch beschuldige ich irgendjemanden vom THW Kiel, so etwas getan zu haben.“ Die HBL hatte das Thema bereits zu den Akten gelegt. In einer Erklärung am Mittwoch hatte es dazu geheißen, das Präsidium habe „alle Möglichkeiten der Befragung ausgeschöpft, die zur Sachverhaltsaufklärung beitragen können. Alle Befragten konnten keine tragfähigen Angaben machen oder Beweise vorlegen.“

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