Speerwurf-Saisonaufsteiger Hofmann: Rekord und WM im Visier

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Andreas Hofmann
Lieferte in dieser Saison starke Weiten ab: Speerwerfer Andreas Hofmann. (Foto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Ralf Jarkowski

Diese Saison lief für Speerwurf-Ass Andreas Hofmann genau so wie sein kämpferisches Lieblingsmotto: #hammerfettbombekrass! Doch wenn es nach ihm geht, soll es 2019 noch krasser werden. Nach seinem Traumjahr mit dem Diamond-League- Triumph in Zürich, dem deutschen Meistertitel in Nürnberg und EM-Silber in Berlin möchte der 26 Jahre alte Modellathlet von der MTG Mannheim in der WM-Saison noch einen drauflegen.

„Acht Wettkämpfe über 88 Meter - das war eine sehr, sehr gute Saison, und ich habe nächstes Jahr alles im Visier: den deutsche Rekord und auch die WM“, sagte der im nordbadischen Waghäusel lebende Weltklasse-Leichtathlet der Deutschen Presse-Agentur. „Natürlich erhöht sich nach so einer Saison auch der Standard“, gab Hofmann zu. „Wenn man sich mal vorstellt, wie weit das noch gehen kann, wie weit man noch kommen kann, was man noch für Reserven hat, auch technisch gesehen - dann geht man subjektiv davon aus, dass es immer noch mal einen Schritt nach vorne gehen kann.“

Die drei besten Würfe seiner Karriere mit dem 800-Gramm-Speer gelangen dem 1,95 Meter großen und 108 Kilo schweren Kraftpaket alle in dieser Saison. Seine persönliche Bestleistung - 92,06 Meter - stellte Hofmann am 2. Juni in Offenburg auf. 91,44 Meter warf er zweimal: am 20. Mai in Rehlingen - und zum krönenden Abschluss am 30. August beim Diamond-League-Finale im Zürcher Letzigrund.

Genau drei Wochen nach seiner Silbermedaille bei den Leichtathletik- Europameisterschaften in Berlin hinter Olympiasieger Thomas Röhler konnte Hofmann auch seinen Triumph in der Diamantenliga noch versilbern: Immerhin 50 000 Dollar (rund 43 000 Euro) nahm er mit nach Hause. Was er mit dem Geldsegen macht? „Ich leg‘s nicht an“, sagte Sportstudent Hofmann lachend. „Ich investiere.“

„Wir haben im Training das eine oder andere noch mehr entwickelt, sowohl körperlich als auch mental. Ich habe mich auch etwas anders auf die Wettkämpfe vorbereitet. Und der Erfolg gibt mir recht“, meinte Hofmann. Nächstes großes Ziel sind die Weltmeisterschaften vom 28. September bis 6. Oktober 2019 im heißen Doha. „Der Standard erhöht sich“, sagt der Schützling von Heimtrainer Lutz Klemm. „Wenn man was erreicht hat, dann möchte man auch das nächste erreichen.“

Weiten über 90 Meter hat er drauf, zum deutschen Rekord fehlen dem deutschen Meister noch 2,38 Meter - eine knappe Speerlänge. Die Richtmarke seines Kumpels Johannes „JoJo“ Vetter (94,44 Meter) haben Hofmann und Röhler im Visier. Doch jetzt ist erst einmal Urlaub angesagt. „Ich bin ein sehr familiärer Mensch“, erzählte Hofmann, „auch sehr heimatverbunden. Wenn mich die Leute in Waghäusel sehen, dann freuen sie sich.“

Seit zehn Jahren arbeiten Trainer und Athlet nun schon zusammen, Klemm kennt Hofmann wohl wie kaum ein Zweiter. Er schätzt an seinem Musterschüler, dass er „sein Ziel nie aus den Augen verliert“. Hofmann sei auch mental viel stärker geworden. „Es hat ihn früher schon gebremst, wenn er national oft eine Klatsche bekam“, sagte Klemm, „und immer nur der Dritte war.“ Diese Zeiten sind vorbei.

Kurzporträt Andreas Hofmann

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