Sotschi: Rubelabwertung treibt Kosten in die Höhe

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Deutsche Presse-Agentur

Der rasante Wertverlust des Rubels gegenüber dem Dollar und dem Euro stellt Russland bei der Finanzierung der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi vor immer größere Probleme.

Ein Großteil der Baumaterialien und Ausrüstung müsse importiert werden, was angesichts eines 40-prozentigen Rubel-Verlusts seit Sommer immer teurer werde, teilte die Olympia-Baufirma Olimpstroj nach Angaben der Moskauer Tageszeitung „Nesawissimaja Gaseta“ mit. Der Staat müsse zudem ursprünglich eingeplante Großspenden übernehmen, da viele russische Oligarchen stark unter der Finanzkrise leiden.

Ungeachtet der Geldsorgen läuft sich das Land derzeit für eine Bewerbung als Ausrichter der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 warm, obwohl Russland erstmals seit zehn Jahren wieder ein Haushaltsdefizit ins Haus steht.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte die Russen Ende des Vorjahres angesichts von Infrastrukturproblemen und Bauverzögerungen in Sotschi eindringlich zur Eile gemahnt. Fünf Jahre vor dem Termin gibt es fast alle Wettkampfstätten, Straßen, Hotels und andere Einrichtungen weiterhin nur auf dem Papier. Der Streit um Entschädigungen für Grundstückseigentümer im Schwarzmeer-Kurort lähmten die Arbeiten zusätzlich. Russische Medien spekulieren, dass sich die ursprünglich veranschlagten Kosten von knapp zehn Milliarden Euro verdreifachen könnten.

Einen Vorteil bietet die Finanzkrise aber auch: Die Preise russischer Bauunternehmer sind angesichts einer extremen Flaute in der Branche um ein Drittel gesunken, was Experten zufolge auf die Gesamtkalkulation jedoch keine großen Auswirkungen habe.

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