Skispringer Eisenbichler bei Vikersund-Fliegen Fünfter

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Fünfter
Skispringer Markus Eisenbichler aus Deutschland fliegt auf Rang fünf. (Foto: Bendiksby, Terje/NTB scanpix / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Patrick Reichardt und Thomas Eßer

Auch ohne den 60.000 Euro Siegerscheck im Gepäck verließen die deutschen Skispringer Vikersund mit einem Lächeln.

Einen Tag nach dem zweiten Platz im Teamwettbewerb freute sich der dreifache Weltmeister Markus Eisenbichler über Rang fünf im Skifliegen auf der größten Schanze der Welt. „Der zweite Flug war nah dran an einer Granate. Ich habe ja angekündigt: Jetzt mache ich eine Granate, aber oben habe ich mich gefragt: Wie mache ich das? Aber ich bin zufrieden“, sagte Eisenbichler, der sich mit dem 230-Meter-Flug auf dem Monsterbakken auch in Stellung brachte für den Gesamtsieg im Skiflug-Weltcup, der sich kommende Woche in Planica entscheidet.

Neben Eisenbichler gelangen auch Andreas Wellinger (11.) und Richard Freitag (13.) ordentliche Ergebnisse, der scheidende Bundestrainer Werner Schuster war zufrieden. „Man kann Markus nur gratulieren“, sagte der Kleinwalsertaler über seinen besten Schützling, der im österreichischen Seefeld mit Gold im Einzel, Gold im Team sowie Gold im Mixed den bisherigen Höhepunkt seiner Karriere erlebt hatte.

Der größte Scheck im Skisprung-Weltcup ging nach einem dramatischen Finale an Japans Gesamtweltcup-Sieger Ryoyu Kobayashi. Mit einem Fabelflug auf 239 Meter zog der 22-Jährige im letzten von 15 Sprüngen noch an Österreichs Stefan Kraft vorbei und lag am Ende die Winzigkeit von 2,9 Punkten vor seinem Rivalen.

„Sein zweiter Sprung war eine Bombe, eine Rakete. Da kann man nur den Hut ziehen“, sagte Kraft anschließend im ZDF. Kobayashi als Zweiter und Kraft auf Rang drei hatten sich in dem Einzel am Sonntag nur dem Slowenen Domen Prevc (241 und 232,5 Meter) geschlagen geben müssen.

„Kobayashi kann man nur gratulieren. Der arme Kerl hat keine WM-Medaille gewonnen, ist aber der überragende Springer dieser Saison“, kommentierte Schuster das Duell der beiden Ausnahmeathleten. Anders als in Tirol vor drei Wochen hatten die DSV-Adler diesmal nichts mit dem Sieg zu tun.

Der zuletzt formschwache Andreas Wellinger zeigte nun aber wieder eine aufsteigende Formkurve. „Es geht in die richtige Richtung. Es ist der richtige Weg und so macht es wieder Spaß“, sagte der Olympiasieger aus Bayern. Am Samstag hatte Wellinger nicht zum auf Platz zwei gelandeten Quartett um „Eisei“ und Karl Geiger gehört.

Für Schuster war es nach elf Jahren das vorletzte Wochenende als Chefcoach der DSV-Adler. Bei der Suche nach einem Nachfolger läuft es immer mehr auf seinen früheren Assistenten Stefan Horngacher, dessen Vertrag in Polen zum Ende dieses Winters ausläuft, hinaus. „Wenn man in Deutschland wohnt, ist das eine schöne Sache. Dann sollte man auch darüber nachdenken“, sagte Horngacher. Der Tiroler geht davon aus, dass er und der Deutsche Skiverband (DSV) bis zum nächsten Wochenende in Planica „einen Schritt weiterkommen“.

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