Silberpfeilen droht Fahrt ins Ungewisse - BMW heiß

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Deutsche Presse-Agentur

McLaren-Mercedes droht eine Fahrt ins Ungewisse, BMW-Sauber will im Titelrennen vorneweg rasen. Vor dem Formel-1-Auftakt mit dem Großen Preis von Australien an diesem Wochenende sind die Ausgangsbedingungen bei den beiden deutschen Konzernen extrem unterschiedlich.

„Wir müssen davon ausgehen, im hinteren Drittel des Feldes zu starten, aber wir werden uns garantiert von Rennen zu Rennen sukzessive steigern und auch wieder nach vorne kommen“, sagte Haug in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa angesichts der ungewohnten und schwerwiegenden Probleme der Silberpfeile bei den Tests. Bei der WM-Prognose hielt er sich zurück. Theissen sprüht dagegen vor Optimismus: Die Weiß-Blauen starten „mit einem guten Gefühl und den entsprechenden Erwartungen“. Die Richtung, die das Team mit dem BMW-Sauber F1.09 eingeschlagen habe, stimme. „In dieser Saison wollen wir um den WM-Titel mitkämpfen“, sagte er der dpa.

Ob die Silberpfeile mit ihrem Superstar und Titelverteidiger Lewis Hamilton in dieser von radikalen Regelreformen und einschneidenden Kosteneinsparungen geprägten Runde rechtzeitig die Kurve kriegen, ist eine der spannendsten Fragen. Haug - und Hamilton bei anderer Gelegenheit - räumten frappierend offenherzig die Schwierigkeiten ein. „Wir haben uns auf ein sehr schwieriges erstes Saisondrittel einzustellen“, konstatierte der Schwabe nüchtern. Er sei sich aber sicher, dass McLaren-Mercedes aufholen könne. Allerdings könnte es dann für eine erfolgreiche Titelverteidigung bereits zu spät sein.

Angesichts der vielversprechenden Testergebnisse traut Theissen seinem Team den Top-Platz zu. Mit einem klaren „Ja“ beantwortete der 56-Jährige die Frage, ob für die Weiß-Blauen in der Konstrukteurs-WM mehr als der dritte Platz des Vorjahres möglich sei. Sein Fahrer-Duo Nick Heidfeld und Robert Kubica könne „an der Spitze ein Wort mitreden“.

So gegensätzlich die Gefühle und Erwartungen vor der 60. Saison der Grand-Prix-Geschichte sind, so einmütig fällt das Urteil zur möglichen Überraschung aus: Haug und Theissen tippen auf Brawn GP. Bei den Testfahrten ließ das kurz vor der „Verschrottung“ stehende ehemalige Honda-Team, das der frühere Technik-Direktor von Ferrari und letzte Teamchef der Japaner, Ross Brawn, nach einer „Abwrackprämie“ in dreistelliger Millionenhöhe für einen symbolischen Preis übernahm, die Konkurrenz weit hinter sich. Für Haug ist dabei ein Trost für das eigene Hinterherzockeln, dass Senkrechtstarter Brawn GP mit den aktuellen Mercedes-Motoren antritt. Ein Indiz, dass die Schwäche der Silberpfeile nicht am Triebwerk liegt.

Trotz Weltwirtschaftskrise ist für beide Direktoren die in der Serienproduktion bereits praktizierte Zusammenarbeit der beiden Automobil-Giganten für den Grand-Prix-Sport kein Thema. „Nein, das wäre eine Kontradiktion des Wettbewerbs auf höchstem sportlichen und technischen Niveau. Die Kooperation in der Serie beim Einkauf macht großen Sinn, in der Formel 1 wäre das nicht der Fall“, sagte Haug. Theissen erklärte: „Mit Daimler arbeiten wir derzeit gemeinsam an Hybridtechnologien in der Serienentwicklung. Weitergehende Kooperationsgespräche laufen, jedoch nicht bezüglich Formel 1.“

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