Silber im Team-Sprint für deutsche Langläufer

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Deutsche Presse-Agentur

Der erste Ausfallschritt in der Karriere des Axel Teichmann hat den deutschen Langläufern die erste Medaille beschert.

Im Team-Sprint sicherte der Bad Lobensteiner in einem dramatischen Finale mit der spagatähnlichen Aktion gegen den Finnen Sami Jauhojärvi sich, seinem Partner Tobias Angerer und dem gesamten Team Silber und nahm damit den immer stärker werdenden Druck von außen weg. Mit Blick auf die Staffel kündigte Teichmann nach dem Befreiungsschlag einen weiteren Angriff auf Edelmetall an. „Wir werden noch für eine Überraschung gut sein“, sagte der Thüringer, nachdem er nur um 0,5 Sekunden am WM-Gold vorbeigeschrammt war. Das holten sich die Norweger Johan Kjölstad und Ola Vigen Hattestad.

Bei den Damen hatte es zuvor eine weitere herbe Enttäuschung für den Deutschen Skiverband (DSV) gegeben. Katrin Zeller (Oberstdorf) und Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) verfehlten als Siebte sogar das ausgegebene Minimalziel. In einer anderen Liga laufend holten sich die Finninnen Aino-Kaisa Saarinen und Virpi Kuitunen wie schon vor zwei Jahren in Sapporo den WM-Titel. Sie deklassierten die Konkurrenz und hatten am Ende 20 Sekunden Vorsprung vor Schweden. Rang drei ging an Italien.

Als Axel Teichmann mit Hattestad und Jauhojärvi auf die ansteigende Zielgerade einbog, lag sein Partner Tobias Angerer (Vachendorf) auf den Knien und richtete Stoßgebete in Richtung des Thüringers: „Noch schneller, Axel. Noch schneller“, wünschte sich der Bayer. Teichmann drehte auf und schaffte tatsächlich noch das schier Unmögliche, den Rückstand auf Finnland aufzuholen, ehe der Ausfallschritt die Entscheidung brachte. „Ich freue mich, dass er so dehnungsfähig ist“, sagte Heimtrainer Cuno Schreyl und sah Silber als das schönste Geburtstagsgeschenk zu seinem 49. Geburtstag an. „Ich gehe ja auch klettern, da muss man schon etwas gelenkig sein. Aber ich wusste wirklich nicht so recht, wie ich den Ausfallschritt setzen sollte“, bemerkte Teichmann.

„Dieses Silber ist für die gesamte Mannschaft Gold wert. Es zeigt, dass die Mannschaft intakt ist. Auch Jens Filbrich als Ersatzläufer und die Techniker haben einen großen Anteil daran“, lobte Angerer das Team hinter den beiden Matadoren. „Wir kannten ja die Situation. Auch bei der WM in Oberstdorf und an den ersten Olympia-Tagen in Turin waren wir in Zugzwang geraten. Heute haben wir es wie damals wieder geschafft“, sagte der Vachendorfer. „Wir wussten, was wir drauf haben und konnten es heute umsetzen, weil auch die Ski stimmten“, bemerkte Teichmann, der in den Tagen zuvor deutsches Fernsehen und deutsche Zeitungen gemieden hatte, um nicht zusätzlich unter Druck zu geraten.

Zum Glück kann beim Team-Sprint der Ski zwischen den einzelnen Runden gewechselt werden, denn vor dem entscheidenden Finaldurchgang war es um das Arbeitsgerät von Teichmann nicht so gut bestellt. „Im Halbfinale ging dieser Ski wie eine Rakete, im Finale hatte ich zwei Runden lang ein paar Probleme. So habe ich dann noch auf den Ski mit der gröberen Struktur zurückgegriffen. Das war der Schlüssel zum Erfolg“, erzählte der zweimalige Weltmeister.

„Ich gehe heute fröhlicher aus dem Stadion“, gestand Bundestrainer Jochen Behle, der erst nach dem Anstieg in der letzten Runde von der Medaille überzeugt war. „Auch heute war es extrem schwierig, das richtige Material auszusuchen. Aber heute hatten wir mal das notwendige Glück“, sagte Behle, der zuvor bei den Damen mit ansehen musste, wie bereits in der ersten Runde alle Hoffnungen starben.

„Ich habe mich im Ski vergriffen“, stammelte Katrin Zeller und entschuldigte sich dafür bei Evi Sachenbacher-Stehle. „Es ist nicht toll, wenn man weiß, da wartet noch eine und man selbst kommt nicht vom Fleck“, berichtete die Oberstdorferin. Sachenbacher-Stehle aber gab die Entschuldigung zurück: „Bei mir ging heute nichts, ich fühlte mich müde und kaputt. Das ist schon ein wenig frustrierend. Mit dem Ergebnis kann niemand zufrieden sein.“

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