Schwimm-Verband: Groß als Unterstützer im Gespräch

Michael Groß
Schwimm-Olympiasieger Michael Groß ist beim DSV im Gespräch. (Foto: Patrick Seeger / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Thomas Eßer und Christian Kunz

Der dreimalige Olympiasieger Michael Groß könnte auf dem Weg zu den Sommerspielen in Tokio eine wichtige Rolle im Deutschen Schwimm-Verband übernehmen.

In unruhigen Zeiten beschäftigt sich der DSV, wie von führenden Kräften vorgeschlagen, mit dem früheren Weltklasse-Athleten, Spitzname „Albatros“, als Unterstützer.

In einem kritischen Brief an Präsident Marco Troll und den DSV-Vorstand sprechen sich unter anderen Athletensprecherin Sarah Köhler und die beiden Bundestrainer Bernd Berkhahn und Hannes Vitense für eine Wiedereinsetzung von Leistungssportdirektor Thomas Kurschilgen aus. Sollte dies nicht möglich sein, schlagen sie Groß als Interimslösung für den Posten vor. „Der DSV ist am Zug. Mehr möchte ich dazu derzeit nicht sagen“, sagte Groß der Deutschen Presse-Agentur.

Der Olympiasieger von 1984 und 1988 ist schon lange Unternehmer, arbeitet zudem als Dozent, Trainer und Redner. Erfahrung als Sportfunktionär bringt der gebürtige Frankfurter auch mit, von 2000 bis 2005 war er Mitglied im Vorstand der Deutschen Sporthilfe und im Präsidium des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland. Ein großer Name könnte für den Verband in turbulenten Zeiten hilfreich sein und für etwas Ruhe Sorgen.

Nicht nur von einigen Bundestrainern erreichte Troll ein Schreiben. Auch Landesverbände wandten sich an den Präsidenten und den Vorstand. Sie beklagen eine unzureichende Kommunikation und sorgen sich um das Image des Verbandes. Zudem wird die Frage nach wirtschaftlichen Folgen für den DSV aufgeworfen.

Angesprochen auf die spektakuläre Personalie Groß, über die zunächst die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet hatten, sagte Troll am Mittwoch: „Ich habe mehrere Personalvorschläge vorliegen, wer uns jetzt unterstützen könnte. Einer davon ist Michael Groß.“ Ihm sei es wichtig, „dass die aktuell anstehenden Aufgaben erledigt werden, um gut organisiert und optimal vorbereitet zu den Olympischen Spielen zu fahren.“

Genau um dieses Thema sorgen sich die Verfasser des Briefes, der der dpa vorliegt. Sie machen deutlich, dass sie unverzüglichen Handlungsbedarf sehen, „da zum einen die unmittelbare Vorbereitung der Olympischen Spiele bereits mit Hochdruck laufen müsste, diese aktuell jedoch nicht in nötiger Art und Weise umgesetzt wird.“ Zudem müsse „die zukunftsorientierte Entwicklung des Verbandes vorbereitet und auf den Weg gebracht werden, wobei auch hier die Arbeit derzeit liegen bleibt und nicht durch die nötige zentrale Position des Direktors Leistungssport fachkundig vorangetrieben wird.“

In der vergangenen Woche hatte der DSV Kurschilgens Freistellung bestätigt, sich jedoch nicht zu den Gründen dafür geäußert. Troll erklärte: „Aktuell führen wir Gespräche und prüfen alle Möglichkeiten einer Interimslösung bis Tokio. Eventuell könnten auch mehrere Personen eingebunden werden, damit sich die Last besser verteilt. Diese Personen sollten auf jeden Fall die nötige Erfahrung mitbringen.“ Für eine langfristige Wiederbesetzung der Stelle als Direktor Leistungssport über Olympia hinaus sehe der DSV eine entsprechende Ausschreibung vor.

© dpa-infocom, dpa:210407-99-115854/3

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Der Vorstand des DSV

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