„Schweini“ drückt Felix Neureuther die Daumen

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Deutsche Presse-Agentur

Auch Kumpel Bastian Schweinsteiger drückt Slalom-Spezialist Felix Neureuther zum WM-Abschluss die Daumen.

„Ich wünsche Felix Glück. Er ist ein Rohdiamant, der nur noch geschliffen werden muss“, sagte der Fußball-Profi des FC Bayern München während der französischen WM-Tage im über 700 Kilometer entfernten München und witzelte jüngst an der Säbener Straße. „Schreibt, er wird Erster, vielleicht bringt's was.“ Bei den Weltmeisterschaften vor zwei Jahren in Are schied der 24-Jährige vom SC Partenkirchen als Zweiter des ersten Laufs nach Zwischenbestzeit aus. Diesmal hofft der fünfmalige Weltcup-Podest-Fahrer nach einem bislang enttäuschendem Winter wenigstens auf ein glückliches Titelkampf-Ende. „Bei einer WM ist alles drin. Ich kann befreit losfahren und hoffe, dass ich für eine Überraschung sorgen kann“, sagte Neureuther.

Im Riesenslalom erwischt er als nach zwölf Weltcup-Ausscheidern in Folge als 19. beim Sieg des Schweizer Carlo Janka einen erfreulichen WM-Einstand. „Das hilft mir auch für den Slalom. Wenn ich im Riesenslalom wieder ausgeschieden wäre, wäre das nicht so ein gutes Zeichen gewesen, aber so ist das ein guter Auftakt für mich“, sagte Neureuther, immer noch in Freude über den Coup von Kathrin Hölzl. „Der ganze Druck fällt ab von uns. Wir können bei den zwei Slaloms jetzt ganz befreit auffahren.“

Zu den Favoriten gehört Neureuther beim abschließenden WM-Wettkampf aber keineswegs: Doch das war auch Kathrin Hölzl nicht, als sie zum ersten deutschen Riesenslalom-Titel seit dem von Maria Epple 1978 gerast war.

Bis zum ordentlichen Weltmeisterschafts-Testlauf war beim 24-Jährigen aus Partenkirchen vor der WM nichts nach Plan gelaufen. Erst schied er viermal nacheinander im Slalom aus, dann leistete er sich im Training den nächsten „enfourche“ (französisch für Einfädler) und riss sich zu allem Übel dabei noch die Unterlippe auf. „Vielleicht war das der Schlag auf den Kopf, den ich gebraucht habe“, sagte der Sohn von Christian Neureuther und Rosi Mittermaier, dessen Wunde mit sieben Stichen genäht werden musste.

31 Jahre hat der Deutsche Skiverband (DSV) auf Riesentorlauf-Gold einer Dame warten müssen, der Sieg eines Slalom-Herren liegt 22 Jahre (Frank Wörndl 1987) zurück. „Der Erfolg von Katy Hölzl macht es auch für Felix Neureuther leichter“, sagte die vorletzte Riesenslalom-Weltmeisterin Maria Epple und fand Bestätigung mit ihrer These bei Neureuther-Coach Mario Weinhandl. „Das tut der ganzen Mannschaft gut, das war ein Befreiungsschlag“, sagte der Technik-Coach. „Ich traue Felix die Top fünf zu.“

Neben Neureuther geht auch der 1,93 Meter große WM-Riese Stefan Kogler aus Schliersee an den Start. Die Stimmungskanone, die die Hölzl-Siegesfeier mit Gitarre und Gesang anheizte, will sich beim Titelkampf-Debüt nicht nur selbst gut verkaufen, sondern würde gerne auch bei einer Erfolgs-Party von Neureuther wieder für den musikalischen Rahmen sorgen. Jean-Baptiste Grange, Reinfried Herbst oder Manfred Pranger seien Favoriten, so Kogler, „und nicht zu vergessen der Felix. Denn die WM hat eigene Gesetze. Das ist wie im Pokal beim Fußball.“ Vielleicht könnte Schweinsteiger als viermaliger DFB-Pokalsieger noch entscheidende Tipps geben.

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