Schnusenberg gibt Rutten und Müller Jobgarantien

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Deutsche Presse-Agentur

Vor dem brisanten Revierderby gegen Borussia Dortmund hat der FC Schalke 04 eine neue Öffentlichkeitsoffensive gestartet. Der zunehmende Druck auf Trainer Fred Rutten und Manager Andreas Müller soll so vermindert werden.

Angesichts der anhaltenden Fankritik gab Präsident Josef Schnusenberg den sportlich Verantwortlichen, Jobgarantien über das Ende der laufenden Saison hinaus. „Ja! Rutten und Müller bleiben auf Schalke“, sagte Schnusenberg in einem Interview der „Sport Bild“ am Mittwoch auf die Frage, ob das Duo in der nächsten Spielzeit noch im Amt sei.

Es bleibt aber ungewiss, ob die erhitzten Gemüter vor dem 133. Derby beruhigt werden können. Zuletzt hatten aufgebrachte Anhänger nach der 1:2-Niederlage beim VfL Bochum die Entlassung von Rutten und Müller gefordert. Und der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies hatte sich um ein klares Bekenntnis zu Müller gedrückt und nur gesagt: „Wir treffen keine Entscheidungen aus der Hüfte heraus.“

Unumwunden räumte Schnusenberg, der am Montag seinen 68. Geburtstag gefeiert hatte, Versäumnisse in der öffentlichen Darstellung des Clubs in der jüngeren Vergangenheit ein. „Unsere Außendarstellung war zuletzt vielleicht unglücklich, ja“, gab der Clubchef zu. Intern habe es aber „keine Reibereien“ gegeben. Dass der von Tönnies geführte Aufsichtsrat die Arbeit des gesamten Vorstands überprüfe und überwache, hält er aber für einen ganz normalen Vorgang. Dies sei „dessen originäre Aufgabe“.

Zeitgleich mit Schnusenberg suchte Müller nach längerem Schweigen den Weg an die Öffentlichkeit. In einem Interview mit dem Kölner „Express“ setzte sich der 46-Jährige gegen die heftige Kritik zur Wehr und verteidigte seine Personal- und Transferpolitik. Er verurteilte die „unfaire Debatte“ um seine Person, die nur noch mehr motiviere. Bevor er 2006 Manager geworden sei, habe der Club jahrelang keine Transfereinnahmen gehabt. „Unter meiner Regie hat Schalke Ablösesummen von mehr als 30 Millionen Euro eingenommen“, sagte Müller, der zudem den ersten Neuzugang für die neue Saison in Aussicht stellte: Die Verpflichtung des tschechischen U 21- Auswahlspielers Jan Moravek (Bohemians Prag) sei praktisch perfekt.

Einen Tag nach der Bochum-Pleite hatte Müller sich die Elf vorgeknöpft und sie vor der besonders wichtigen Partie gegen den BVB an ihre Pflichten erinnert. Er werfe die Profis „nicht zum Fraß“ vor. „Aber es musste den Spielern mal einiges klargemacht werden. Sie sind jetzt in der Pflicht, etwas zurückzugeben. Nicht mir, aber dem Verein und den Fans. Freitag gegen Dortmund müssen sie sich für Schalke zerreißen, nicht für mich. Ich kann für mich kämpfen.“

Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise und der mutmaßlich in diesem Jahr zurückgehenden Einnahmen kündigte Müller zudem einen Sparkurs und ein neues Zukunftskonzept an. Dies sei bereits eng mit dem Aufsichtsrat abgestimmt. Schalke werde künftig mehr auf eigene Talente wie Manuel Neuer und Benedikt Höwedes setzen und die Lohnkosten senken, „ohne Qualität einzubüßen“.

Vom „strategisch denkenden Trainer“ Rutten, dessen Elf einen Punkt und einen Platz schlechter als der Rivale aus Dortmund auf Rang neun steht, sind Müller und die übrigen Vorstandsmitglieder laut eigenem Bekunden weiter voll überzeugt. „Natürlich ist es brutal, dass wir bisher nicht die Ergebnisse erzielt haben. Aber die werden kommen. Davon sind wir felsenfest überzeugt“, sagte Müller.

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