Schnellstarter Celozzi ist beim KSC gesetzt

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Deutsche Presse-Agentur

Schnellstarter Stefano Celozzi hat das bayerische Abwehrduell in Baden vorerst gewonnen. Der 20-Jährige hat sich beim Fußball-Bundesligisten in kurzer Zeit zur Stammkraft entwickelt und damit selbst seinen Trainer überrascht.

Denn der Karlsruher SC holte den rechten Verteidiger vor der Saison zunächst nur als Perspektivspieler und vorübergehenden Ersatz für den lange verletzten Andreas Görlitz vom FC Bayern München II aus der 3. Liga. „Man kann nicht erwarten, dass ein junger Spieler sich gleich so in der Bundesliga zurechtfindet“, sagt KSC-Coach Becker.

Celozzi ist der große Gewinner in einer für die Karlsruher enttäuschenden Hinrunde. Zu seinem Erfolgsgeheimnis zählt neben großem Spaß geringer Respekt vor dem Gegner. „Vieles ist Kopfsache im Fußball. Wenn man einen berühmten Namen auf der Aufstellung liest, dann denkt man sich: Ja, das ist meine Aufgabe. Den zu kontrollieren ist genau, was ich will. Und daran wächst man auch“, erklärt der Deutsch-Italiener. So überholte er in der internen Konkurrenz auch Görlitz, der 2007 ebenfalls von den Bayern kam und derzeit nur auf der Bank sitzt.

Der auch technisch gute Celozzi hat bisher nicht daran gezweifelt, dass sein Wechsel von der Fußball-Metropole München in die beschauliche Residenzstadt richtig war. „Meine Freundin hat es vielleicht bereut, weil wir uns jetzt nicht mehr so oft sehen. Aber ich persönlich keine einzige Minute. Selbst wenn ich wollte, ich könnte kaum etwas Negatives über Karlsruhe und den KSC sagen. Es war ein Glücksgriff.“ Zudem verbindet den früheren Jugendspieler des SSV Ulm ein besonderes Verhältnis zu Mitspieler Massimilian Porcello, der ihn wie einen kleinen Bruder aufnahm. „Er hat mich überall hin mitgenommen und versucht, mir alles zu zeigen“, beschreibt Celozzi seine ersten Schritte am neuen Arbeitsort im vergangenen Sommer.

Selbst aus seiner bislang dunkelsten Stunde beim KSC zieht er Positives. Als Becker trotz guter Leistungen des Jungspunds im Herbst für zwei Spiele dem wiedergenesenen und mit 26 Jahren wesentlich erfahreneren Konkurrenten Görlitz den Vorzug gab, legte Celozzi auf dem Trainingsplatz noch eine Schippe drauf. „Einerseits war ich ein bisschen sauer, aber anderseits war es auch ein Ansporn für mich. Es gibt manchmal Situationen, wo man ein bisschen selbstzufrieden wird“, befand der nur 1,71 Meter große Profi selbstkritisch.

Vor dem Beginn der Bundesliga-Rückrunde beim VfL Bochum sieht er die Situation des Tabellen-15. realistisch. „Ich denke, es wird brutal hart gegen den Abstieg gehen.“ Mit Blick auf die leeren Kassen des Vereins, der sich in der Winterpause nur mit Marco Engelhardt und Giovanni Federico verstärkte, sagt er: „Ich wünsche mir, dass es mit unserer Mannschaft klappt.“ Denn auch Millionen für Superstars würden nicht helfen. „Ich könnte mir den weltbesten Innenverteidiger neben oder Stürmer vor mir wünschen. Das bedeutet noch lange nicht, dass es auch funktioniert. Fünf schöne große Zahnräder geben keine funktionierende Uhr. Eine gute Uhr braucht auch kleinere Zahnräder. Es muss am Ende eben alles zusammenpassen.“

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